Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SCHÄRDING. Aufmerksame Schärdinger und Besucher der Barockstadt werden es am Karfreitag und Karsamstag sicherlich wahrgenommen haben – die Kirchenglocken verstummen und anstelle ihres Klanges wird ein lautstarkes Brauchtum gelebt. Franz Rathwallner wagt sich jedes Jahr zu Ostern in luftige Höhen, um dreimal täglich lautstark zu „ratschen“.

Franz Rathwallner dreht die Ratsche am Schärdinger Kirchturm.
  1 / 5   Franz Rathwallner dreht die Ratsche am Schärdinger Kirchturm.

Mehr als 100 Jahre ist sie alt, aber dennoch kann sie es durchaus mit den Kirchenglocken aufnehmen, während diese von Gründonnerstag bis zur Osternacht verstummen oder, wie es im Volksmund heißt, „nach Rom fliegen“. Da die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, ist deren Geläute in der Zeit des Todes Jesu nicht angebracht. Der Ursprung des Ratschens geht bis ins sechste Jahrhundert zurück, als es noch keine Kirchenglocken gab. In den Kirchtürmen waren damals große hölzerne Schallgeräte mit Hämmern verankert. Das Ertönen der Ratsche signalisierte den Menschen die Kirchenzeiten. Zum „Ratschen“ wagt sich jedes Jahr der Schärdinger Franz Rathwallner in luftige Höhen. 180 Stufen müssen beim Besteigen des 64 Meter hohen Turmes überwunden werden. Wird die Ratsche erstmal in Schwung gebracht, kann sie 99 Dezibel laut werden. „Wenn es die Ratsche am Kirchtum schon gibt, wäre es ja schade das Brauchtum nicht leben zu lassen“, erklärt Rathwallner, der an den beiden Tagen dreimal täglich (sieben, zwölf und 19 Uhr) das Brauchtumsgerät zirka 200-mal per Hand dreht.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden