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ENGELHARTSZELL. An Wochenenden genießen viele die Ruhe des Donautales zum Erholen und Krafttanken. An sonnigen Wochenenden wird diese Ruhe immer öfter getrübt durch das Dröhnen von Motorrädern, die die Sauwald Bundesstraße Richtung St. Aegidi im Geschwindigkeitsrausch und auf der Jagd nach dem Adrenalinkick hinauf rasen. Diese Biker werden zunehmend zum Problem und sorgen bei vielen Engelhartszellern für Unmut und Verärgerung. Tips fragte bei Bürgermeister Roland Pichler sowie beim Bezirkspolizeikommando genauer nach.

  1 / 2   Die kurvenreiche Straße von Engelhartszell nach St. Aegidi ist bei Bikern zunehmend bekannt und beliebt. Foto: EAuinger

Dem Bezirkspolizeikommando ist die Thematik der Motorrad-Raser bestens bekannt. „Diese Problemstellung ist für die örtlich zuständige Polizeiinspektion Engelhartszell mittlerweile zum alljährlichen Saisonthema geworden. Anrainer aus der Gemeinde Engelhartszell und der Gemeinde St. Aegidi werden bei den Polizei- und den Gemeindeverantwortlichen vorstellig“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Matthias Osterkorn auf Anfrage von Tips. Er selbst sei diese Strecke mit dem Fahrrad abgefahren, um sich ein Bild von der Problematik zu machen und kann sagen, dass „die Schräglage der Motorradfahrer schon beängstigend ist“. Auch Roland Pichler, Bürgermeister von Engelhartszell, ist das Problem der Motorrad-Raser bekannt. Er führt weiter aus: „Motorradfahrer an sich sind nicht die Problematik. Größtes Problem sind die Motorradfahrer, die Testfahrten von Engelhartszell nach St. Aegidi mit ihrem Bike machen und zig Mal innerhalb kürzester Zeit diese kurvige Strecke rauf und runter jagen.“

Gegenmaßnahmen

Polizei und Gemeinden waren nicht untätig. So gab und gibt es laufend Polizei-Spontankontrollen. Außerdem wurden letzten Sommer die Polizeiinspektion und die betroffenen Gemeinden bei der Bezirkshauptmannschaft vorstellig und forderten die Verordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung für diesen Streckenteil. Diese Forderung wurde von Seiten der Behörde allerdings aufgrund der geringen Unfallzahlen negativ bewertet. „Nachdem diese Strecke keine Unfallhäufungsstelle ist, wurde unser Ansuchen leider abgelehnt“, bedauert Bürgermeister Roland Pichler. Es werden allerdings andere Maßnahmen gesetzt: In unübersichtlichen Kurven werden in nächster Zeit Sperrlinien angebracht und zugleich werden Verkehrsschilder „Langsam“ und „Leise“ aufgestellt. Der Bürgermeister befürchtet allerdings, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen werden.

Lärmbelästigung

Neben der Gefahr durch die rasenden Motorradfahrer klagen die Bewohner vor allem auch über den Lärm der dröhnenden Motoren. Auch hier hat die Polizei bereits reagiert. „Den vermeintlich viel zu lauten Motorrädern wird mit laufenden Lärmmessungen gemeinsam mit der Landesverkehrsabteilung entgegen gewirkt. Erfahrungswerte betreffend der Lärmmessungen haben ergeben, dass lediglich zwei Prozent der kontrollierten Motorräder nicht der gesetzlich zulässigen Norm entsprechen“, erklärt Matthias Osterkorn. Bürgermeister Roland Pichler nennt die Lärmbelästigung „unzumutbar“. Da eine Änderung der gesetzlich zulässigen Normen laut Osterkorn nicht zu erwarten ist, „werden wir von Seiten der Polizei laufend ad hoc Kontrollen in Form von Geschwindigkeits- und Lärmmessungen durchführen.“

Keine vergleichbare Strecke

Vor einigen Jahren war die Straße von Niederranna nach Hofkirchen (Bezirk Rohrbach) noch die beliebteste Strecke für Motorradfahrer. Zahlreiche Unfälle, darunter auch welche mit Todesopfern, veranlassten die Behörden dazu, eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Motorradfahrer zu verordnen. Die Attraktivität ging damit verloren und die Biker haben eine neue Strecke gesucht und sind in Engelhartszell fündig geworden. Im Bezirk gibt es laut Osterkorn keinen anderen Straßenabschnitt, der vergleichbar wäre: „In der Beliebtheitsskala steht dieser Streckenteil eindeutig über allen anderen Strecken.“

 

Kommentar zm Thema

Angetippt von Elena Auinger: Rund fünf Kilometer lang und kurvenreich, das sind die Charakteristiken der Sauwald Bundesstraße von Engelhartszell nach St. Aegidi. Und genau diese machen sie zum Traum eines jeden Motorradfahrers. Es wäre auch alles kein Problem, wenn es nicht die Biker gäbe, die diese Straße als Teststrecke für ihr geliebtes Motorrad verwenden und so nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer aufgrund völlig überhöhter Geschwindigkeit und waghalsiger Überholmanöver in Gefahr, vielleicht sogar in Lebensgefahr, bringen. Lösung für dieses Problem ist bisher noch keine in Sicht. Laut Behörden gibt es ohnehin kein Problem. Keine Unfallhäufung, kein Problem. Scheinbar braucht es im schlimmsten Fall vielleicht sogar ein Todesopfer, wie im Bezirk Rohrbach, damit das Problem erkannt wird. Ich jedenfalls drücke die Daumen, dass Bewohner, Bürgermeister und Polizei bei den Behörden Gehör finden, bevor ein Todesopfer zu beklagen ist.


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Gastuser
Gastuser
01.05.2017 17:32

Es geht zur Sache

Am letzten Montag konnte man wie vor ferner Zeit im oberen Donautal - trotz schönem Wetter, man glaubte es kaum – auch die Vögel zwitschern hörn! Doch auch am Vortag war der Himmel blau, zu vernehmen wie seit langer Zeit und nicht zu überhören statt Vogelsang nur „Auspuffklang“, aber nicht sehr lang - für diese Art von „Klang“. Des Rätsels Lösung war bald klar – es herrschte an diesem schönem Tag im obren Donautal anstelle (Motor-) Rad-Total jetzt auch einmal POLIZEI-TOTAL ;-)! Menschen und Tiere hoffen – das war kein Einzelfall – besten Dank auf jeden Fall – der POLIZEI!

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Gastuser
Gastuser
29.04.2017 01:27

Motorradfahrer

@ Herr Gastuser, der Glaube an den Rechtsstaat geht auch verloren wenn ich als Motorradfahrer mit 90kmh bestraft werde und dabei von einem lauten Sportwagen völlig legal überholt werde. So passiert in Grein a.d. Donau wo ein 70er für Motorradfahrer montiert wurde. Da ist frage ich mich warum ich als Motorradfahrer benachteiligt werde. Desweiteren sind manche Anrainer auch nicht gerade harmlos, man denke an die Ölattacken vor einigen Jahren auf einer beliebten Motorradstrecke! Wenn ich mich mit meinem Zubehörauspuff im legalen Bereich bewege sehe ich auch kein Problem, für das gibt es Gesetze und die db Grenze ist bestimmt nicht nach oben gesetzt worden in den letzten Jahren. Jeder Autofahrer im höheren Drehzahlbereich, mit einem Zubehörauspuff ist genauso laut. Ich frage mich oft was vorher da war Motorräder und kurvige Motorradstraßen, oder die Siedlungen mit Anrainern nebenan. Oft verlocken auch günstige Grundstückspreise und hinterher wird sich beklagt! Mit freundlichen Grüßen

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Gastuser
Gastuser
01.05.2017 17:42

Ganz anderer Ausgangspunkt

Die fahren bei uns Rennen - rauf und runter - stundenlang! An jedem schönen Tag! Mit schalldämpferlosen Höllenmaschinen!

n
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Gastuser
Gastuser
25.04.2017 22:06

Ein Anrainer

Die Lärmmessungen haben bei Schlechtwetter stattgefunden, und somit absolut keine statistische Aussagekraft hinsichlich Erfahrungswerten!

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e.auinger@tips.at
e.auinger@tips.at
26.04.2017 07:17

Weitere Lärmmessungen

Lieber Gastuser/Anrainer,
laut Auskunft der Polizei werden auch in Zukunft weitere Lärmmessungen vorgenommen. Es ist davon auszugehen, dass diese auch bei schönem Wetter gemacht werden.
Mit besten Grüßen aus der Tips-Redaktion,
Elena Auinger

n
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Gastuser
Gastuser
25.04.2017 20:24

Kein Problem

Die Polizei hat kein Problen, die Raser haben kein Problem und die Anwohner sollen still halten. So geht die Lebesqualität vor die Hunde und der Glaub an den Rechtsstaat verloren. Ein Skandal, denn Motorrad- und Zubehörauspuff-Hersteller tun alles, damit die Maschinen „legal“ lauter werden. Nachzulesen auf www.motorradlaerm.de oder vulgarius.de

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e.auinger@tips.at
e.auinger@tips.at
26.04.2017 06:49

Problem bei Polizei bekannt

Lieber Gastuser,
der Polizei ist das Problem durchaus bewusst und erkennt es auch als solches an. Gemeinsam m it den Gemeinden hat die Polizei bei der Bezirkshauptmannschaft um eine Geschwindigkeitsbeschränkung angesucht. Dieses Ansuchen wurde allerdings abgewiesen.
Mit besten Grüßen aus der Tips-Redaktion,
Elena Auinger

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