Kindergarten-Gebühren: Bilanz der Abmeldungen liegt vor
BEZIRK SCHÄRDING. Im Durchschnitt gibt es in den 842 oö. Kinderbetreuungseinrichtungen einen Rückgang der Nachmittagsgruppen von 9,6 Prozent pro Nachmittag. 11,4 Prozent der Kinder wurden seit Oktober 2017 gänzlich abgemeldet. In 96,2 Prozent der Gemeinden bleibt das Angebot gleich.

Laut Evaluierung waren im April 14.035 Kinder an zumindest einem Tag am Nachmittag anwesend, das bedeutet, dass seit der Einführung des Elternbeitrages 11,4 Prozent (1.806 Kinder) von der Nachmittagsbetreuung gänzlich abgemeldet wurden. In zwölf oö. Gemeinden kommt es zu einer Änderung bei den offenen Nachmittagen: In acht Gemeinden reduzieren sich die geöffneten Nachmittage, in vier erfolgte eine Ausweitung. „Bei 96,2 Prozent der Gemeinden blieb das Betreuungsangebot gleich. Mir ist wichtig, dass wir uns in der Diskussion auf das Wesentliche konzentrieren: 'Finden die Eltern ein passendes Angebot vor, wenn sie es brauchen?' Das ist die zentrale Frage bei der Kinderbetreuung und die Evaluierung zeigt uns hier deutlich, dass weiter ein großes und gutes Angebot besteht“, hält Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) fest. Personelle Kündigungen wurden keine rückgemeldet, 58 offene Stellen für Pädagogen sind derzeit ausgeschrieben.
Kritik von den Grünen
Der Grüne Familiensprecher und Landtagsabgeordnete Stefan Kaineder übt Kritik: „Das ist die offizielle Schadensmeldung durch Landesrätin Haberlander und die offizielle Bestätigung, dass die Kindergartensteuer eine Welle an Abmeldungen ausgelöst hat. Dass sie große Löcher in das Betreuungsangebot am Nachmittag gerissen hat und viele Eltern gerade in den Landgemeinden vor Riesenprobleme stellt. Es kann nicht sein, dass diese für die Fehler der politisch Verantwortlichen büßen müssen.“
Zahlen aus dem Bezirk
Im Bezirk Schärding wurden insgesamt 1.806 Kinder in Kindergärten oder Krabbelstuben untergebracht, davon nur 1,9 Prozent in VIF (Vereinbarkeitsindex für Familie und Beruf)-konformen Einrichtungen. Zählt man die ganztätig geführten Einrichtungen dazu, erhöht sich dieser Anteil allerdings auf 70,6 Prozent. Der Oberösterreich-Durchschnitt liegt bei 85,6 Prozent. (Quelle: Land OÖ, Abt. Statistik; Daten: Kindertagesheimstatistik 2017/18).
Unterschiedliche Betreuungsformen
Ein Tips-Rundruf bei den Gemeinden zeigte, dass bei einigen aktuelle Zahlen so früh im neuen Kindergarten- bzw. Schuljahr noch nicht genau genannt werden können. Die Betreuung der Kinder ist jedoch in jeder Gemeinde unterschiedlich geregelt. Es gibt sowohl gemeindeeigene Betreuungsangebote als auch die Tagesmutterbetreuung oder eine durch das Hilfswerk. In manchen Gemeinden gibt es auch eine Kombination aus diesen verschiedenen Angeboten.


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