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ENGELHARTSZELL. Die „Haselmaus“ ist den meisten Engelhartszellern ein Begriff und ein beliebtes Wanderziel. Die Geschichte um diese kleine Hütte im Wald des Stiftes Engelszell ist allerdings nur wenigen bekannt.

Die Haselmaus-Wandergruppe (Foto: privat)
  1 / 2   Die Haselmaus-Wandergruppe (Foto: privat)

Vor rund 65 Jahren begann die Geschichte der Haselmaus. Beim Aufarbeiten des Holzes kam dem Jäger und Hobbytischler Friedrich Bernhofer (geb. 1920) die Idee, mit seinem Sohn Friedi (geb. 1951) im Stiftswald eine kleine Hütte zum Rasten, Jausnen und als Unterstand bei Schlechtwetter zu errichten. Mit viel Liebe und Geschick entstand also ein kleines Häuschen aus dem Holz von Haselnuss-Stauden. Der Zufall wollte es, dass während der „Bauarbeiten“ immer wieder Haselmäuse auftauchten. Die niedlichen, bräunlichen Tiere mit einem langen, buschigen Schwanz, die an ein Eichhörnchen im Kleinformat erinnern, erwiesen sich als sehr zutraulich. Die neuerrichtete Hütte wurde daher nach diesem kleinen Nager „Haselmaus“ genannt und wurde zu einem beliebten Wanderziel der Engelhartszeller und der zahlreichen Sommergäste.

Ein Platz zum Jausnen und Rasten

Nicht nur neben der Hütte, sondern auch in dem kleinen Häuschen selbst fanden die Wanderer einen Tisch mit zwei Bänken zum Jausnen und Rasten vor. Manchmal wird auch ein Mönch (Prälat) aus dem Stift Engelszell hier eine Pause eingelegt haben, der damals regelmäßig bei Tag und Nacht den Weg zum Kraftwerk des Klosters am nahegelegenen Bach in der Ortschaft Saag zurücklegen musste, um dort Schaltungen händisch vorzunehmen, die nun schon lange automatisch durchgeführt werden. Daher wird dieser Wanderweg auch „Prälatensteig“ genannt.

Dass die „Haselmaus“ gerne aufgesucht wurde, bewies ein Gästebuch mit vielen Eintragungen. Gegenüber der Hütte war an einem Baum direkt neben dem Wanderweg ein Marienbild der akademischen Malerin Käthe Herrmann-Bernhofer angebracht, das die Mutter Gottes inmitten der Tiere des Waldes zeigte. Dieses Originalbild, die Hütte und die Ruhebänke wurden eines Tages von Unbekannten völlig zerstört und in den angrenzenden Fichtenwald geworfen. Später wurde vom Waldeigentümer Stift Engelszell eine neue Hütte an dieser Stelle errichtet, die im Laufe der Jahre sehr baufällig geworden war.

Liebevoll renoviert

Auf Initiative privater Personen und des Vereines „Kultur & Tourismus an der Donau in Engelhartszell“ konnte durch die tatkräftige Unterstützung der Marktgemeinde im Einvernehmen mit dem Stift im Jahr 2021 unter der Leitung der sehr engagierten Wegpatin Gertrud Schneider eine Renovierungsphase der „Haselmaus“ und des „Prälatensteigs“ abgeschlossen werden. Anlässlich einer Wanderung mit rund 40 Teilnehmern erzählte Vereinsobmann Friedi Bernhofer die Geschichte der Haselmaus und dankte der Wegpatin mit allen Helfern für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Nach der Segnung des Marienbildes durch Pater Christian und dem Gesang von zahlreichen Marienliedern, wurde die Stätte von Bürgermeister Roland Pichler eröffnet.


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