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BEZIRK SCHÄRDING. Nach drei Jahren an der Spitze der Jungen Wirtschaft Schärding hat der Rainbacher Johannes Hofbauer den Vorsitz an Georg Ezinger aus Taufkirchen an der Pram übergeben. Im Interview mit der Tips-Zeitung sprachen die beiden über die Vorteile einer Mitgliedschaft bei der Jungen Wirtschaft, über den Lehrlings- und Fachkräftemangel sowie über den Sprung in die Selbständigkeit.
 

Georg Ezinger (l.) und Johannes Hofbauer (Foto: Tarabic)
Georg Ezinger (l.) und Johannes Hofbauer (Foto: Tarabic)

Tips:Herr Hofbauer, Sie waren drei Jahre lang Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Schärding. Wie fällt Ihr Resümee aus?

Hofbauer: Es waren auf alle Fälle drei sehr intensive, interessante aber auch oft stressige Jahre. Natürlich überwiegt der positive Aspekt. Ich konnte mich persönlich weiterentwickeln und habe viele private und berufliche Kontakte geknüpft.

Tips: Wie viel Zeit haben Sie pro Monat für die Junge Wirtschaft aufgewendet?

Hofbauer: Das ist schwierig zu sagen, da ich die Stunden nie mitgeschrieben habe. Fad wurde mir in den letzten drei Jahren nicht (lacht). Es erfordert viel Disziplin, die vielen Termine so zu koordinieren, dass man alle wahrnehmen kann.

Tips: Wenn Sie zurückblicken. Wie sehr hat sich die JW-Schärding unter Ihrer „Regentschaft“ entwickelt?

Hofbauer: Wir haben viele interessante Projekte beziehungsweise Veranstaltungen ins Leben gerufen. Den Kubina-Award zum Beispiel. Ein tolles Event war auch The Cell oder der Drei-Firmen-Blick, bei welchem wir junge Unternehmer aus dem Bezirk vor den Vorhang geholt haben.

Tips: Herr Ezinger, Sie und Ihre Mannschaft leiten die nächsten Jahre die Geschicke der Jungen Wirtschaft Schärding. Mussten Sie lange überlegen, als Ihnen der Vorsitz angeboten wurde?

Ezinger: Nein. Ich bin schon seit 2013 Mitglied bei der Jungen Wirtschaft und habe auch in der Vergangenheit aktiv mitgearbeitet. Es ist für mich eine große Ehre, den Vorsitz inne zu haben. Auch wenn ich weiß, dass die nächsten Monate und Jahre sicher stressig werden, freue ich mich schon auf die Zeit. Ich bin guter Dinge, gemeinsam mit meinem Team alle Aufgaben meistern zu können.

Tips: Welche Projekte wollen Sie ins Leben rufen?

Ezinger: Wir werden uns viel mit der Life-Balance beschäftigen. Auch sind in Sachen Ernährung einige Veranstaltungen geplant. Zu viel möchte ich aber noch nicht verraten.

Tips: Sie sind beide jung und Unternehmer. Welche Kriterien sollten erfüllt werden, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen?

Hofbauer: Ein durchdachtes Konzept, eine gute Idee und ganz viel Durchhaltevermögen.

Ezinger: Der Sprung in die Selbständigkeit ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Dieses kann man durch einen durchdachten Businessplan aber relativieren. Wichtig ist, nicht nach dem ersten Rückschlag gleich zu verzweifeln und alles in Frage zu stellen, sondern den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Tips: Warum sollten junge Menschen den Sprung in die Selbständigkeit wagen?

Ezinger: Es ist eine Art von Freiheit. Man ist sein eigener Chef. Man tut etwas für sich und nicht für jemand anderen. Natürlich hat man aber auch eine große Verantwortung zu tragen, vor allem wenn man Mitarbeiter beschäftigt.

Hofbauer: Als Unternehmer kann man sich verwirklichen. Die eigenen Ideen umsetzen. Wichtig ist, es ein gutes, großes Netzwerk zu besitzen oder eines aufzubauen. Kontakte sind oft die beste Eintrittskarte. Und gerade deshalb sollten meiner Meinung nach alle Jungunternehmer Mitglied der Jungen Wirtschaft werden. Wir haben Mitglieder aus den verschiedensten Berufsgruppen. Sie alle verfügen über unternehmerische Erfahrung und können allen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagen, behilflich sein.

Tips: Ein Thema worüber viel diskutiert wird, ist der akute Lehrlingsmangel. Wie kann dieses Problem bekämpft werden?

Hofbauer: Ich bin selber Lehrlingsausbildner und weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, Lehrlinge zu finden. Obwohl in den letzten Jahren die Lehre sehr aufgewertet wurde, finde ich, dass noch einiges getan werden muss. Meiner Meinung nach gehört die Lehrlingsentschädigung angehoben.

Ezinger: Wir müssen den jungen Menschen bewusst machen, dass es keine Schande ist, eine Lehre zu beginnen. Ganz im Gegenteil. Es gibt viele positive Beispiele im Bezirk, wo ehemalige Lehrlinge nun einen großen Betrieb leiten. Mir persönlich gefällt das Modell Lehre mit Matura sehr gut. Man erlernt einen Beruf, verdient dabei Geld und hat die Möglichkeit, nach Beendigung der Lehre zu studieren. Eine tolle Kombination.


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