„Die Hilfen für die Betriebe müssen jetzt wirklich schnell ankommen“
BEZIRK. Die Gastro-Szene muss einen Monat lang wieder ihre Pforten schließen. Eine Maßnahme, die der Schärdinger Wirtesprecher Stefan Schneebauer nicht nachvollziehen kann.

„Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich weiß nicht, wohin das Ganze noch führen soll“, so Stefan Schneebauer zum neuerlichen Lockdown der Gastronomie-Szene. Um die Folgen des Lockdowns vor allem für die Gastronomie abzumildern, legt die Regierung ein Hilfspaket auf.
Unbürokratische Hilfe
So sollen 80 Prozent des Umsatzes, den die Betriebe im November des Vorjahres gemacht haben, ersetzt werden. Die Hilfen sollen unbürokratisch über einen elektronischen Antrag direkt beim Finanzamt beantragt werden können und sollten innerhalb weniger Wochen abgewickelt sein. „Wir bekommen die Unterstützung für den Monat November. Das ist positiv. Aber wie geht es im Dezember, Jänner und Februar weiter? Werden uns auch hier die Umsatzeinbußen ersetzt?“, fragt sich Schneebauer.
Einschnitte tun weh
Schärdings Bürgermeister Franz Angerer hofft, dass die versprochenen Hilfen rasch überwiesen werden. „Diese Hilfen müssen jetzt wirklich schnell ankommen, um nicht die Existenz vieler zu gefährden. Funktioniert diese finanzielle Unterstützung seitens der Regierung tatsächlich umgehend, bin ich auch zuversichtlich, dass unsere motivierte und leistungsstarke Gastronomie mit ihrer Bereitschaft der weithin bekannten Zusammenarbeit dennoch in eine erfolgreiche Zukunft blicken kann“, meint Angerer, der die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Covid19-Virus nachvollziehen kann. „Der Lockdown, den die Regierung angeordnet hat, um die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht zu überlasten, ist richtig, unvermeidlich und alternativlos. Schärding ist eine Tourismusstadt und das Zusperren in der Gastronomie führt unweigerlich auch zu Frequenz- und Umsatzrückgängen im gesamten Handel. Dass aber bei diesen erschreckenden Zahlen etwas passieren muss, war jedem vernünftig denkenden Bürger klar. Diese dramatischen Einschnitte tun den Gastbetrieben natürlich sehr weh“, so Angerer.
Bauernopfer
Schärdings Wirtesprecher sieht die Wirte als „Bauernopfer“ der Bundesregierung. „Die ganzen von ihnen verordneten Maßnahmen greifen einfach nicht. Sie bekommen die Situation nicht in den Griff. Und bestraft werden unter anderem wir Gastronomen, obwohl es bei uns fast keine Cluster gibt.“ Kontrollen Sauer stößt Schneebauer auch die Tatsache auf, dass vergangenes Wochenende zahlreiche Gastronomen im Innviertel seitens der Behörden kontrolliert wurden. „Zu diesem Zeitpunkt hat schon jeder gewusst, dass ein neuerlicher Lockdown kommt und wir unsere Betriebe schließen müssen. Dennoch wurden wir kontrolliert. Ich habe das Gefühl, man hat mit Gewalt versucht, einige Cluster bei den Wirten zu finden, um die Schließungen zu rechtfertigen.“
Polizeistaat
Dass nun auch eine Ausgangsbeschränkung eingeführt wird, ist für den Gastronomen der Höhepunkt. „Unsere Regierung hat das Land in einen Polizeistaat verwandelt. Jetzt werden wir sogar in den eigenen vier Wänden eingesperrt“, meint Schneebauer.


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