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SCHÄRDING. Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitssystem sinke massiv, erklärt die SPÖ Oberösterreich. Sie stelle sich mit der Kampagne „Gesundheit kann nicht warten“ gegen die schleichenden Schwächung der Gesundheitsversorgung. Zum Tour-Stopp im Bezirk Schärding traf Michael Lindner, Landesparteivorsitzender SPÖ Oberösterreich, Bezirksparteivorsitzenden Karl Walch und Schärdings Bürgermeister Günter Streicher.

  1 / 2   Schärdings Bürgermeister Günter Streicher (l.) und SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Karl Walch (r.) mit Michael Lindner, Landesparteivorsitzender SPÖ Oberösterreich beim "Gesundheit kann nicht warten"-Tour-Stopp in Schärding. (Foto: Schöngruber)

Im Bezirk Schärding kommen auf 58.061 Einwohner 24 Hausärzte, auf 28.885 Frauen ein Gynäkologe mit Kassenvertrag. Auf 11.456 Kinder und Jugendliche kommt eine Kinderärztin. „Das Rechenbeispiel geht nicht auf“, beklagt Lindner am Beispiel der Frauen, denen nahegelegt werde, jedes Halbjahr eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen.

Laut einer Spectra-Umfrage sei die Unzufriedenheit mit dem österreichischen Gesundheitssystem stark wachsend: Gaben 2021 noch 28 Prozent eine schlechte Note, seien es 2023 bereits 42 Prozent gewesen, die die Gesundheitsversorgung mittelmäßig oder schlecht beurteilten, berichtet der SPÖ-Landesparteivorsitzender.

SPÖ-Befund: Nach dem Motto „Mehr privat, weniger Staat“ krankgespart

Seit dem Start der Gesundheitsinitiative habe Lindner bereits hunderte Zuschriften bekommen. Er tourt durch die Bezirke des Landes und fordert von der schwarz-blauen Landespolitik unter anderem kürzere Terminwartezeiten zu ermöglichen und das Personal zu entlasten, um die Versorgungsqualitätssicherung der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Apotheker und Wahlärzte sollten besser integriert, Migranten aktiv rekrutiert werden. Pflegestipendien sollten indexiert, Pflegende zur Ausbildung angestellt werden, fordert die SPOÖ weiter. Denn: Bis 2025 soll die Anzahl der pflegebedürftigen Österreicher von rund 450.000 auf 750.00 steigen, unterstreicht Lindner. Bereits 2030 sollen bis zu 100.000 Pflege- und Betreuungskräfte fehlen.

Streicher: „Für die Leute wird es einfacher“

In Schärding besuchte Lindner gemeinsam mit Bürgermeister Günter Streicher und SPÖ-Bezirksvorsitzendem Karl Walch das in Bau befindliche Primärversorgungszentrum (PVZ) neben dem Techno-Z. Mit einer Gesamtfläche von 2.100 Quadratmetern und multidisziplinärer Zusammenarbeit von Allgemeinmedizinern mit Fachärzten und Therapeuten sei das PVZ „ein wichtiger Schritt für eine optimale wohnortnahe medizinische Versorgung für die Menschen in unserer Region“, erklärt Streicher. Nach dem Masterplan der SPÖ wird ein flächendeckender Ausbau von Primärversorgungseinheiten gefordert.

Gesundheitsversorgung mit der e-Card statt mit der Kreditkarte

„Es liegt auf der Hand: Wenn Kassenärzte fehlen, werden Patientinnen und Patienten gezwungen, auf das kostenpflichtige System auszuweichen“, beklagt Karl Walch. Dass Menschen deshalb dann das ärztliche Angebot nicht aufsuchen und die Vorsorge leidet, dürfe nicht sein, warnt der Bezirksparteivorsitzende vor den gesundheitlichen Folgen. Der Versorgungsauftrag dürfe nicht ignoriert und die Gesundheit der Menschen hintangestellt werden.


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