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SCHWARZENAU. Für viele gesunde Menschen zählt der jährliche Urlaub zum Fixtermin - abschalten und genießen ist angesagt. Nicht so bei Kindern mit schwerer Behinderung, hier sind die Eltern zumeist 24 Stunden, 365 Tage im Jahr für das Kind da, ein Urlaub ist in vielen Fällen kaum vorstellbar. Der Verein „Ferien ohne Handicap“ schafft hier Abhilfe, er macht unbeschwerte Tage für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen möglich. Kürzlich stellte sich der Schwarzenauer Verein im Zuge eines Infoabends vor.

Die Kinder blühen richtig auf; Fotos: Ferien ohne Handicap
  1 / 7   Die Kinder blühen richtig auf; Fotos: Ferien ohne Handicap

Unter dem Motto „Je schwerer die Beeinträchtigung, desto eher die Teilnahme“ organisiert Obfrau Birgit Stoifl gemeinsam mit Irene Rapp Feriencamps für Kinder und Jugendliche mit schweren und mehrfachen Behinderungen. Es werden Lamas besucht, es wird mit Therapiehunden gearbeitet, Sinnes- und Malworkshops absolviert oder eine Runde im Schwimmbad gedreht. „Dabei ist badewannenwarmes Wasser wichtig, damit sich die Muskeln entspannen können“, erzählt Obfrau Birgit Stoifl.

1:1 Betreuung

Im Vordergrund stehen die 1:1 Betreuung sowie eine äußerst gute Vorbereitung. „Wir erfragen die genauen Bedürfnisse der Kinder, statten ihnen zuvor zuhause einen Besuch ab - denn wir arbeiten wirklich bedarfsorientiert“, so Stoifl. Anders mache es keinen Sinn, ist sie überzeugt. So falle es auch den Eltern leichter, ihr Kind jemand anders anzuvertrauen.

Einzigartiger Verein

Damit ist der Verein in dieser Art der Durchführung einzigartig. Das Kind ist beispielsweise mit dem jeweiligen Bezugsbetreuer im Zimmer untergebracht. „Viele brauchen spezielle Einschlafbedingungen, wie komplette Stille oder komplette Finsternis, manchmal müssen wir die Fenster noch verhängen, weil die Vorhänge alleine nicht reichen“, erzählt Stoifl.

Alle Feriencamps sind durchzogen von der inneren Haltung: „Du bist in Ordnung so wie du bist.“ Die Erinnerung an viele kleine Momente oder an das große Abschlussfest am Ende der Feriencamps bringen Stoifls Augen zum Leuchten. „Beim Fest lassen wir die Woche nochmals mit Fotos Revue passieren, und alle unsere Gäste werden auf die Bühne geholt. Und wenn sie dann vorne stehen und beklatscht und gefeiert werden, dass sie einfach so richtig sind, wie sie sind - das ist dann mein Herzhupfen.“

„Können Nachfrage nicht decken“

Mit viel Herzblut organisierte die Kleinkindpädagogin seit 2012 bereits elf Feriencamps im Sommer und im Winter, dazu kommen noch Ferienwochenenden. In diesem Rahmen wurden bereits 88 Kinder und Jugendliche betreut. So wird es heuer an zwei Wochenenden im Dezember Ferientage geben, damit die Eltern sich entspannt den Weihnachtsvorbereitungen widmen können. „Wir können die Nachfrage derzeit leider nicht decken, da die finanziellen Möglichkeiten noch nicht ausreichen“, meint Stoifl.

Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden, Sponsoren und Benefizveranstaltungen, Eltern- sowie Mitgliedsbeiträge und ist für jede Unterstützung dankbar (siehe Infobox).

„Eines der größten Herzensprojekte“

Eine Betreuerin, die jedes Mal extra aus Deutschland anreist, beschreibt es als eines der größten Herzensprojekte: „Was mich immer berührt, wenn die Eltern das erste Mal ihr Kind bei uns abgeben, wie vorsichtig sie noch sind (...), man merkt, dass es ihnen nicht leicht fällt, ihre Perlen einfach wildfremden Menschen anzuvertrauen. Wenn sie aber dann sehen, spätestens beim Abschlussfest, wie die Kinder strahlen, wie die Betreuer mit den Kindern umgehen, wenn sie Fotos sehen, dann denke ich sind sie sehr sehr glücklich, dankbar und froh, eine Stelle gefunden zu haben, wo sie ihre Kinder voller Vertrauen abgeben können, um selbst auch mal Urlaub zu machen“.

„Die Kinder wachsen in dieser Woche über sich hinaus und wir wachsen mit den Kindern mit“, freut sich Obfrau Birgit Stoifl.

Kontakt/Unterstützung

Obfrau Birgit Stoifl

0664/1018995

kontakt@ferienohnehandicap.at

www.ferienohnehandicap.at

Spendenkonto:

RB Waidhofen/Thaya

IBAN: AT86 3290 4000 0100 7277

BIC: RLNWATWWWTH

„Ferien ohne Handicap“


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