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SEITENSTETTEN. Nationalratsabgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) wurde von der Attac Regionalgruppe Mostviertel West zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen.

Die Vertreter der Attac Regionalgruppe Mostviertel West mit Ulli Königsberger-Ludwig (l.) Foto: Leeb

Attac ist eine internationale Bewegung, die sich für eine demokratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft einsetzt.Das Ziel von Attac ist ein gutes Leben für alle heute und in Zukunft lebenden Menschen. Attac informiert über wirtschaftspolitische Zusammenhänge, entwickelt politische Forderungen, vernetzt sich mit sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt und fördert Alternativen auf lokaler Ebene. Attac finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge und ist parteiunabhängig. Die Regionalgruppe Mostviertel West, die sich monatlich im Bildungszentrum St. Benedikt trifft, hat eine Reihe von Einladungen ausgesprochen, die auch an Parlamentarier verschiedener Fraktionen aus der Region ergangen sind.Diesmal war die Nationalratsabgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig zu einem Gespräch eingeladen, um mehr über ihre Arbeit und Motivation zu erfahren.

Das Kennenlernen

Wie auch schon am ersten Dialog­abend mit Andreas Hanger, stellten die Teilnehmer in einer Vorstellrunde kurz sich selbst sowie ihre Motivation und ihr Engagement bei Attac vor. Ulrike Königsberger-Ludwig erzählte dann, dass sie in Gresten aufgewachsen und 1994 nach Amstetten gekommen sei. Sie habe sich auch schon damals für ähnliche Themen interessiert, die bei Attac behandelt werden. Vor allem bei ihrem Englischprofessor Franz Schneider habe sie viel über die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gelernt. Ein Filmbeitrag, in dem gezeigt wurde, wie Tonnen von Orangen aufgrund von wirtschaftlichen Gründen ins Meer gekippt werden, hatte bei ihr den Ausschlag gegeben sich darüber schlau zu machen. Keine humanistischen Gedanken stünden dahinter, sondern die Weltwirtschaft. Das war ihr Einstieg sich über die Gerechtigkeit in der Welt zu informieren.

Gratiskinderbücher von Kreisky

Durch die Gratis-Kinderbücher, die in der Ära Bruno Kreiskys eingeführt wurden, sei sie auf die parteipolitische Schiene gekommen, erzählt Königsberger-Ludwig. Vor allem die Schlagworte Solidarität, Gerechtigkeit und Gleichheit im Parteiprogramm hätten sie angesprochen.

Ulrike Königberger-Ludwig ist sehr jung Mutter geworden und hat daneben auch noch die Matura gemacht. Die Anfrage „Magst denn nicht was tun?“ hat sie 1988 zu den Kinderfreunden gebracht. 1994 ist sie dann als alleinerziehende Mutter nach Amstetten gekommen. 1997 hat sie der damalige SPÖ-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Amstettens, Anton Katzengruber in die Gemeindepolitik geholt. 2002 wurde sie dann in den Nationalrat gewählt. Sie nennt es „Schicksal“, dass sie dieses Mandat bekommen hat. Nach dem sehr wertschätzenden Umgang zuvor, war die erste Zeit in der großen Politik für sie sehr herausfordernd und befremdlich. Alles war dort sehr hektisch und stressig und man müsse sich gut orientieren, stellt sie fest.

Aktuelle Schwerpunkte

Die Schwerpunkte von Königsberger-Ludwig liegen auf den Themen Gerechtigkeit, Familie, wo sie vor allem die Situation als alleinerziehende Mutter kennengelernt hat, und die Bereiche Arbeit und Soziales, wo sie sich für gerechte Löhne einsetzt.

Sie ist überzeugt davon, dass, wenn man etwas verändern will, man selbst etwas dafür tun muss. „Die anderen tun es nicht für dich“, stellt sie trocken fest. „Solidarität wird nur mehr gelebt, wo man es selbst notwendig hat“, kritisiert sie auch die derzeitige Veränderung in der Politik. Sie stört der Wandel der Politik hin zu eine personenzentrierten Tagesordnung und weg von der Gemeinschaft. Den aktuellen Hype um Einzelpersonen hält sie auch für demokratiepolitisch schädlich.

Auf die Frage nach überparteilicher Arbeit stellt Königsberger-Ludwig drei mögliche Zugänge vor. So gibt es zum einen Anträge, deren Umsetzung wichtiger als politischer Erfolg zu bewerten seien. Zum anderen sind bei manchen Themen die Grundpositionen derart verschieden, dass es keine gemeinsamen Lösungen gäbe. Und letztendlich gäbe es dann noch Themen, die als Schaukämpfe dienen würden.

Blockade versus Arbeit

Die in der Allgemeinheit wahrgenommene Blockadepolitik kann Königsberger-Ludwig nicht verstehen. Der Streit zwischen den Parteien werde medial viel stärker transportiert. Dabei wäre das Arbeitsprogramm durchaus herzeigbar. 175 Millionen Euro für die Gemeinden wurden beschlossen und die Spitalsselbstbehalte für Kinder abgeschafft, nannte sie als Beispiele. 49 Projekte seien noch im Jänner beschlossen worden, mit der Zeitvorgabe diese abzuarbeiten. Den Antrag auf Neuwahlen verstehe sie deshalb auch nicht.


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