Gockel Walter: Hintergrund in Buch und Musik vorgestellt
SIMBACH. Mit so einem überwältigendem Interesse hatten Zoran Šijaković und das Team des Simbacher Heimatmuseums nicht gerechnet. Brechend voll war der Veranstaltungsraum, denn jeder wollte das neue Buch um Gockel Walter kennenlernen.

Kurz vor Weihnachten kam das Buch um Gockel Walter, der seit 24. Juni 2022 auf der Innbrücke zwischen Simbach und Braunau thront auf den Markt. Der Titel: „Wie der Gockel Walter den Frieden in die Welt brachte“.
Riesiges Interesse
Initiator der Veröffentlichung ist Zoran Šijaković, Braunauer Gemeinderat sowie Obmann des Kulturvereins DANICA-AUSTRIA. Er lud zur offiziellen Vorstellung in das Simbacher Heimatmuseum und nicht nur Simbacher, sondern viele Braunauer Gäste fanden den Weg in die Ausstellung, die speziell für diesen Anlass aufgebaut war. Ausschnitte aus Zeitungsartikeln sowie die Originalzeichnungen, die das Buch illustrieren, aber auch Weinflaschen und Tassen mit Gockelaufdruck und -Etikett gab es zu sehen und zu erwerben.
Alfred Feldmeier, Vorstand des Fördervereins Heimatmuseum, freute sich über den regen Zulauf und begrüßte neben den vielen Gästen besonders die beiden Bürgermeister Klaus Schmid (Simbach) und Johannes Waidbacher (Braunau) sowie Altbürgermeister Richard Findl. Mit dabei auch Walter Geirings Bruder Hans und Schwägerin Monika Geiring. Sogar einen Prinzen konnte man im Publikum begrüßen. Prinz Dyke Anyanwu aus Nigeria interessierte sich zusammen mit dem langjährigen Braunauer Priester Maximus Nwolisa für das Thema.
Traum geht in Erfüllung
„Ein Traum ging in Erfüllung bei der Enthüllung“, erinnerte Zoran Šijaković an den Sommer 2022, aber er meinte auch „Ein weiterer Traum mit einem Buch geht in Erfüllung“. Eine Gruppe von Akteuren hat sich um die Geschichte des serbischen Hahns, der einem deutschen Soldaten im Krieg tierischer Kamerad war und der auf der Innbrücke wegen diverser Vorschriften sein Leben lassen musste, Gedanken gemacht und Hintergründe und Gedanken aufgenommen. Sie sind in dem kleinen Büchlein nachzulesen. Mit Professor Wilfried Scharf wurde ein eigenes Musikstück komponiert, das „Divertimento Gockolori“, das an diesem Abend auch in Auszügen zur Aufführung kam und im Buch mittels QR-Code abzurufen ist.
Florian Kotanko fand als Laudator die passenden Worte und lies die Geschichte nochmals Revue passieren, die nach rund 100 Jahren von den beiden Braunauer Heimatforschern Manfred und Tamara Rachbauer entdeckt wurde und von Pressefotograf Walter Geiring wieder in das öffentliche Bewusstsein hervorgeholt wurde. Der Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit Šijaković' sei es zu verdanken, dass sowohl die Skulptur als auch das Buch nachhaltig an diese Friedensgeschichte, aber auch den zu früh verstorbenen Walter Geiring erinnern. „Walter bedeutete beiden Seiten viel“, bestätigte Kotanko und sprach wohl den Anwesenden aus der Seele. Fakt sei aber auch, dass der Einfuhr eines Tieres auch in heutiger EU-Zeit viele Vorschriften widersprechen, meinte er schmunzelnd.
Zu Wort kamen anschließend auch die Co-Autoren Walter Müller, Martina Sens und Hermann Ortner. Besonders aufmerksam lauschten die Besucher immer wieder den musikalischen Einlagen dem Saiten-Ensemble „Con Chordis“.
Gockel-Modell geht auf Europareise
Das „Musterstück“ von Gockel Walter, das Christine Perseis geschaffen hat, ist derzeit noch bis Mitte März im Schmuckgeschäft Bianca Hahn in der Maximilianstraße 6 in Simbach zu sehen. Dann macht es sich auf die Reise durch Europa mit dem Wunsch als friedensstiftender Gockel auf dieses wichtige Gut aufmerksam zu machen - keine leichte Aufgabe in diesen Zeiten.


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