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Efgani Dönmez: „Der Einfluss von reaktionären Gruppen aus dem Ausland ist Gift für unsere Gesellschaft“

Martina Gahleitner, 26.09.2017 10:51

ST. MARTIN. Wenn er sieht und hört, was in seinem Herkunftsland Türkei passiert, wie kritisch eingestellte Menschen verfolgt und eingesperrt werden, wie Religion für politische Zwecke missbraucht und ein Rechtsstaat außer Kraft gesetzt wird, dann schrillen bei Efgani Dönmez die Alarmglocken. „Das möchte ich nicht in Europa“, stellt er fest – deshalb müsse man ganz klar gegen den extremistischen Einfluss aus dem Ausland auftreten und Propaganda stoppen, betonte er bei seinem Tour-Auftakt gestern Abend im Trops.  

  1 / 4   NR-Kandidat Efgani Dönmez (l.) startete gestern seine Tour im Trops in St. Martin und sprach hier über Integration, Sicherheit und politischen Islam - mit Rohrbachs Spitzenkandidatin Gerti Scheiblberger und VP-Bezirksparteiobmann LAbg. Georg Ecker (r.). Foto: OÖVP Rohrbach

Er selbst ist 1976 mit seiner Familie aus der Türkei gekommen. „Damals gab es für meine Eltern keine Beratungen, Deutschkurse oder Broschüren in ihrer Muttersprache. Mittlerweile ist dieses Angebot flächendeckend ausgebaut und wir bieten den Asylwerbenden Möglichkeiten und Chancen, die viele in ihrer Heimat nicht hätten. Was sie draus machen, liegt in ihrer eigenen Verantwortung“, meinte Dönmez. In seiner Heimat wäre er vermutlich Ziegenhirte oder Schuhputzer geworden, hier in Österreich kandidiert er für das Team Kurz für den Nationalrat.

Bedrohlicher Einfluss aus dem Ausland

Allerdings dürfe man die Themen Migration, Integration, Asyl oder Islam nicht naiv angehen: „Wir müssen schon erkennen, dass es Kräfte gibt, die die Toleranz und den guten Willen missbrauchen“, wies er auf reaktionäre Netzwerke und Gruppierungen aus der Türkei hin, die in ganz Österreich, auch im Bezirk Rohrbach, ihre Ableger hätten. „Diese stehen im Einflussbereich der türkischen Regierung und wollen die Agenda, die von Ankara in Auftrag gegeben wird, hier umsetzen.“ Über die Religion, Bildungsinstitute oder ethnische Vereine versuchen sie, Einfluss auf die muslimische Community in Österreich zu bekommen und „lassen dafür auch unfassbare Summen an islamistische Organisationen in Europa fließen. Der Einfluss dieser reaktionären Gruppen ist Gift für unsere Gesellschaft“, bekräftigte Dönmez, der deshalb eine europäischen Bürgerinitiative gegen den Extremismus gegründet hat (www.stopextremism.eu).

Europaweite Zusammenarbeit

„Diese Netzwerke müssen wir am Radar haben und genau im Blick halten“, spricht sich der in Linz lebende NR-Kandidat für eine europaweite Warnliste und Kooperation der Behörden aus. Auch Aufenthaltsbehörden, Schulen, Sozialarbeiter oder Bezirkshauptmannschaften müssten sich vernetzen und austauschen.

Kein Platz für Quertreiber

„Menschen, die sich bemühen und Teil unserer Gesellschaft werden wollen, müssen wir unterstützen und ihnen ermöglichen, auf eigenen Füßen zu stehen. Aber bei Quertreibern, die sich nicht einbringen wollen, dürfen wir nicht unsere schützende Hand drüberhalten“, fasste Dönmez zusammen und wies gleichzeitig auf strengere Kontrollen und verschärfte Strafen hin: „Wer in einer islamisch geprägten Gesellschaft leben will, für den gibt es andere Länder als Österreich.“ Er hat zu diesem Thema auch ein Buch geschrieben, in dem er Fakten und Hintergründe aufzeigt (“Das Verhalten zählt. Nicht die Herkunft“).

„Mehr verträgt unser Land nicht“

Zum Thema Zuwanderung stellte er generell klar: „Mehr verträgt unser Land zur Zeit nicht. Wir müssen die Außengrenzen sichern und dürfen nicht Schlepper über die Zuwanderung entscheiden lassen.“ Stattdessen plädiert Dönmez für mobile Teams, die in Flüchtlingslagern vor Ort entscheiden, wer hilfs- und schutzbedürftig ist – diese Menschen sollten einen Platz in Europa finden. „Wer illegal versucht rüberzukommen, muss sofort zurückgeschickt werden.“

Stop Extremism

Für Efgani Dönmez ist Extremismus die größte Bedrohung unserer Zeit – in jeder Form, ob rechts, links oder religiös orientiert. Mit seiner Bürgerinitiative „Stop Extremism“ tritt er gegen Terror und Gewalt, für ein sicheres und friedliches Europa ein und fordert ein europaweites konsequentes Vorgehen. Mit einer Unterschrift kann jeder die Initiative unterstützen:www.stopextremism.eu


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