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ST. PÖLTEN. In einer Studie mahnt die Industriellenvereinigung (IV) gemeinsam mit der Wirtschaftskammer (WKNÖ) zur Umsetzung eines Fünf-Punkte-Programms zur Stärkung der Leitbetriebe. Dadurch soll der Rückstand gegenüber der internationalen Konkurrenz wieder aufgeholt und Niederösterreich attraktiver für Betriebe werden.

Egger-Werksleiter Andreas Schrefl (v. l.), IV-Präsident Johann Marihart, Industrie-Spartenobmann (WKNÖ) Thomas Salzer und Studienautor Johann Lefenda zeigten Zukunftsstrategien für Leitbetriebe auf. **********Foto: Hebe
Im Egger-Werk Unterradlberg wurde eine Studie über 15 Leitbetriebe vorgestellt. Diese ausgewählten Unternehmen – meist exportorientieren Betriebe – vertreten in etwa 15.000 Mitarbeiter. „159.000 Arbeitsplätze hängen in Niederösterreich direkt an der Industrie. Das entspricht 35 Prozent aller Arbeitsplätze des Bundeslandes“, erklärte Studienautor Johann Lefenda. Über 30 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes werden im produzierenden Sektor erbracht. Eines kam bei der Studie mit dem klobigen Namen „Intermediäres Leistungsangebot für Leitbetriebe in Niederösterreich“ klar heraus: die Förderung von Leitbetrieben setzt Impulse für die ganze Region. Lefenda  dazu: „Leitbetriebe sind stark exportorientiert und stehen daher in internationaler Konkurrenz.“ Aktuell erkennt Lefenda eine Verschlechterung der Standortqualität im Land (Stichworte wie Bildung, Steuern, Flexibilität, Bürokratie, Energie): „Es gibt einen Rückgang der Standortattraktivität von Niederösterreich und Österreich gegenüber dem internationalen Mitbewerber.“ Um wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen, wurde ein Fünf-Punkte-Programm erarbeitet. Einerseits müssen Humanressourcen gestärkt werden und das Land für internationale Fach- und Spitzenkräfte attraktiver werden. Außerdem soll ein wirtschaftsorientierter Ausbau der Bildungs- und Forschungsstrukturen vorangetrieben werden. Weiters wird eine Netzwerkbildung und Schwerpunktsetzung in Forschung und Entwicklung verlangt. Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für weltweit agierrende Leitbetriebe werden dabei ebenso eingefordert. Thomas Salzer von der Sparte Industrie dazu: „Wir haben in Niederösterreich schon sehr viel erledigt, aber jetzt brauchen wir eine Feinjustierung.“ Ihr Fett bekam auch die Bundesregierung von Salzer ab: „Was ist es für ein Zeichen der Steuerreform, wenn damit keine Strukturreform einhergeht?“ Wenngleich Salzer postwendend relativierte: Für die Mitarbeiter sei die Entlastung gut, aber die Unternehmer seien auf der Strecke geblieben.   IV-Präsident Marihart: „Steuersystem unattraktiv“ “Leitbetriebe sind der Blutkreislauf für die regionale Wirtschaft“, verdeutlichte auch Johann Marihart, Präsident der IV die Ergebnisse der Studie. Daher fordert er die Entscheidungsträger des Landes zur Nachbesserung in der Struktur: „Das Steuer- und Abgabensystem attraktiviert den Industriestandort nicht. Wir bekommen ein veritables Zukunftsproblem, wenn hier nichts passiert. Wir haben Inputs geliefert, jetzt brauchen wir einen standortpolitischen Turnaround. Die nächste Entlastung muss zu einem Motor für die Wirtschaft werden.“ Das Schlusswort in dieser Causa nahm sich Thomas Salzer: „Es gibt keinen Plan in dieser Regierung für die Industrie.“

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