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ST. WOLFGANG. In Zeiten, in denen die gesunde Ernährung immer bedeutsamer wird, ist die regionale Herkunft der Nahrungsmittel ein wichtiger Faktor. Beim ersten Kongress „Landwirtschaft und Konsumentenschaft“ im Michael-Pacher-Haus konnten sich rund 400 Besucher zwei Tage lang ausführlich informieren.

Die Praxis stand bei "Wiesenseminaren" im Vordergrund.
Die Praxis stand bei "Wiesenseminaren" im Vordergrund.

Gesunde Nahrungsmittel sind untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden. Dies betonte Kongress-Initiator Karl Buchgraber in seinem Referat. Der Pflanzenbauexperte, der unter anderem an der Universität für Bodenkultur (Boku) lehrt, strich den hohen Selbstversorgungsgrad der österreichischen Landwirtschaft hervor: Beim Brotgetreide kann der gesamte österreichische Bedarf durch heimische Produkte gedeckt werden, bei den Erdäpfeln sind es 90 Prozent. Bei Rind- und Schweinefleisch und bei der Milch wird sogar mehr produziert, als wir verbrauchen. Dabei nehme die ökologische Landwirtschaft in Österreich einen immer höheren Stellenwert ein, so Buchgraber: „Über 20.000 Biobetriebe sind nur die Spitze dieser beispielgebenden Landwirtschaft“, die zudem auch Wesentliches für die Pflege der Kulturlandschaften leiste. Es sei wichtig, dies auch entsprechend zu honorieren, um die Landwirtschaft auch in Zukunft zu erhalten.

Produktionsbedingungen transparent machen

Österreichischen Lebensmitteln auf der Spur ist Hannes Royer. Der Verein „Land schafft Leben“ des Schladminger Bergbauern hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Produktionsbedingungen österreichischer Lebensmittel transparent zu machen. Die Informationen sind auf einer eigenen Website leicht lesbar aufbereitet. Dadurch will Royer dem Konsumenten eine bewusste Kaufentscheidung ermöglichen: „Der Konsument soll wissen, dass er mit der Entscheidung für ein Produkt die Qualität und die gesamte Wertschöpfungskette mitbestimmt. Das wirkt sich unter anderem auf Anbau- und Arbeitsbedingungen, Transportwege und Tierwohl aus. Der Konsument hat es in der Hand.“

Die Frage, was hinter regionalen Produkten steckt, wurde anhand der Gmundner Molkerei, der ARGE Heumilch und der Tauernlamm-Genossenschaft erläutert.

Regionale Vielfalt auf dem Teller

Was gesunde und regionale Produkte im Körper auslösen, stand im Zentrum des Vortrages der Diätologin und Gastrosophin Maria Anna Benedikt. Saisonales Gemüse und Obst diene nicht nur als wichtige Vitamin- und Mineralstoffquelle, sondern liefere auch sekundäre Pflanzenstoffe. Von diesen sind bislang rund 10.000 verschiedene Verbindungen bekannt, die in Obst, Nüssen, Ölen und Getreide vorkommen. Im menschlichen Körper haben sie unterschiedlichste Funktionen: Manche senken Blutdruck oder Cholesterin oder verbessern die Funktion der Blutgefäße. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehle daher, täglich ausreichend pflanzliche Produkte zu sich zu nehmen – und dabei sowohl auf Regionalität als auch auf Abwechslung zu achten.

„Unkräuter einfach aufessen“

Diese ist am besten mit einem vielfältigen Gemüseangebot zu sichern, so Wolfgang Palme und Johann Reisinger, die sich seit 17 Jahren in den „Schönbrunner Seminaren“ mit ungewöhnlichen Gemüsesorten befassen. Alleine von der Tomate gibt es weltweit 10.000 bis 40.000 verschiedene Sorten. Auch bei den Kräutern gibt es abseits von Petersilie und Co viele Möglichkeiten – etwa die oft als „Unkraut“ verunglimpften Beikräuter. Viele davon sind essbar und sehr gesund. Man solle sie daher am besten biologisch bekämpfen – und sie einfach aufessen, so Wolfgang Palme mit einem Augenzwinkern


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