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Schriftsteller Erich Hackl und Salvatorianerin erhalten Menschenrechtspreis 2017

Angelika Hollnbuchner, 12.12.2017 16:38

STEYR/ROHRBACH. Das Land OÖ hat gestern den Menschenrechtspreis 2017 an den aus Steyr stammenden Autor Erich Hackl sowie an Schwester Hildegard Enzenhofer aus Schönegg verliehen.

Preisträger Erich Hackl ist gebürtiger Steyrer und lebt heute in Wien und Madrid. Foto: Weihbold
  1 / 3   Preisträger Erich Hackl ist gebürtiger Steyrer und lebt heute in Wien und Madrid. Foto: Weihbold

Der Menschenrechtspreis des Landes OÖ wird seit 1996 vergeben – als  “Anerkennung für Menschen, die sich verdient machen um ein Ideal, das unsere Gesellschaft tragen und festigen kann und persönliche Selbstentfaltung möglich macht“, so LH Stelzer.

Zu den beiden heuer von einer Jury nominierten und der Landesregierung beschlossenen Preisträger gehört Schwester Hildegard Enzenhofer aus Schönegg (Pfarre Vorderweißenbach) stellvertretend für sieben Ordensschwestern in Palästina. Seit 2002 engagiert sich Enzenhofer im Dorf Qubeibeh nahe Jerusalem in einem Pflegeheim für Frauen christlichen und muslimischen Glaubens, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind.

Auf Enzenhofers Initiative wurde 2008 auf dem Gelände von Beit Emmaus in Zusammenarbeit mit der Universität Betlehem auch eine Fakultät für Krankenpflege eingerichtet, die Ausbildungsplätze für Frauen und Männer bietet. Sie leistet einen enormen Beitrag für die Region in Palästina. Beit Emmaus ist weiters ein bedeutender Lernort, wo Volontäre prägende Erfahrungen sammeln. Das Land OÖ unterstützte die Arbeit der Salvatorianerinnen in Palästina auch schon mit dem Bau einer Zisterne.

„Aufklärer im besten Sinn“

Weiterer Preisträger 2017 ist der 1954 in Steyr gebürtige Schriftsteller Erich Hackl. Nach dem Gymnasium in Steyr studierte er Germanistik und Hispanistik in Salzburg, Salamanca und Málaga. Ab 1977 lehrte er an der Universität Complutense Madrid, später unterrichtet er Deutsch und Spanisch in Wien und lehrte an der Universität am Romanistik-Institut. Seit 1983 ist er freier Schriftsteller und dazu vielfacher Preisträger. Zu seinen Werken gehört  “Auroras Anlass“, “Abschied von Sidonie“ (Schullektüre in OÖ), „Die Hochzeit von Auschwitz“ oder auch „Familie Salzmann. Erzählung aus unserer Mitte“ etc.

„Erich Hackl wird zu Recht bezeichnet als literarischer Chronist, der Verachtete, Verstoßene und Verfolgte in den Mittelpunkt seines Werkes stellt, sie sichtbar macht und so vor dem Vergessen bewahrt“, bezeichnet LH Stelzer den Steyrer als einen Aufklärer im besten Sinn. Hackl schaffe es wie kein anderer, die Leser durch akribische Recherche mit den dunklen Seiten der österreichischen Geschichte zu konfrontieren. „Er zeigt durch persönliche Lebensgeschichten von Menschen die Grausamkeit diktatorischer Regime auf, zugleich erzählt er aber auch von Nächstenliebe und Courage.“

Das Land würdigt mit dem Preis Hackl, der leider nicht persönlich zur Verleihung kommen konnte, für seinen bedeutenden Beitrag zur Erinnerungskultur.

Prominentes Publikum

Der Ehrung beiwohnten u.a. Diözesanbischof Manfred Scheuer, Linz' emeritierter Bischof Maximilian Aichern, Generalvikar Severin Lederhilger, Diakonie Österreich-Präsident Roland Siegrist und Alt-Landeshauptmann Josef Pühringer. Ebenfalls dabei waren vom Vorjahres-Preisträger Childrenplanet Obmann Christian Gsöllradl-Samhaber aus Sierning sowie als musikalische Umrahmung von der Landesmusikschule Weyer-Großraming ein Quartett um Direktor Johannes Sulzer.


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