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STEYR. Mit Expertenhilfe konnten sich aus über 50 Einreichungen sieben ausgewählte nachhaltige Geschäftskonzepte im Rahmen des Ideencontests „Vielfalter“ weiterentwickeln. Vier der Projekte heimsten jetzt in einer Abschlussrunde noch Preisgelder bis zu 8000 Euro ein.

  1 / 11   Erstplatzierter (Preisgeld 8000 Euro) wurde das Projekt „Obstraupe“. Von links: Peter Scheuch (Stifter und Beirat Familie Scheuch Privatstiftung), David Brunmayr aus Rohr an der Krems mit seinen Tüftlerkollegen Franz Praher und Lukas Griesbacher Fotos: mian

Es duftete nach Zirbe, auf dem Boden liegende Äpfel wurden unter leisem Surren geschwind in den Obstkorb bugsiert, Feines vom Wild lockte auf Jausenbrettln: Nach einem absolvierten fünfmonatigen Gründerprogramm wetteiferten die Siegerprojekte des „Vielfalter“-Bewerbs der Kategorien Idee und Start-Up jetzt in den Räumen der Wirtschaftskammer noch einmal um die Gunst der Jury. Innerhalb weniger Minuten präsentierten die Teams ihre Geschäftsideen rund um die Nationalparkregion und stellten sich den Juroren-Fragen.

Mit dabei Ralf Lattner mit seiner Ski- und Snowboard-Anfertigung aus regionalem Holz, das Team „Kesselwerk“, das mittels mobiler Destillationsanlage besonders gehaltvolle ätherische Öle und Hydrolate gewinnt, sowie die Feuerungstechnologie „Aparus“, die biogene Brennstoffe zu Pflanzenkohle veredelt.

Visionäre Nachhaltigkeit

Die Preisgelder holten am Ende folgende Geschäftsideen: Platz eins ging an die „Obstraupe“ – ein Gerät, das eine effiziente, kostengünstige Streuobsternte ohne Fruchtverletzung ermöglichen will. Entwickelt hat es ein dreiköpfiges Tüftlerteam, dem David Brunmayr aus Rohr an der Krems angehört. „An die 1000 Stunden dürften in die Entwicklung des Prototypen geflossen sein“, erzählt er.

Die Inspiration zum Gerät gab der Umstand, dass 85 Prozent der Streuobstflächen in den letzten 60 Jahren verloren gegangen sind und zwei Drittel des Obsts beim mühseligen händischen Klauben liegenbleiben. Die Obstraupe hebe sich von anderen Geräten durch ihre ausgeprägte Wendigkeit und den hohen Komfort, das geringe Gewicht und die Gründlichkeit beim Sammeln selbst kleiner Früchte ab.

Gesunde Schmankerl

Platz zwei schaffte die Geschäftsidee „kalkalpen.wild“ von Christoph Nitsch, die auf die Vermarktung heimischen Wildbrets aus dem Nationalpark Kalkalpen als Premiummarke abzielt. Durch einen bleifreien Abschuss und den naturbelassenen Lebensraum der Tiere sei das Fleisch besonders qualitätsvoll, so das Team aus dem Raum Kirchdorf.

Über Platz drei freut sich die Reichramingerin Katharina Salcher-Aigner, deren nachhaltiges Anzündholz „Spreissl“ aus der Nationalpark-Region in umweltfreundlicher, wiederverwertbarer Verpackung mancherorts schon über die Ladentische geht.

Einen Sonderpreis erhielt der Kulturlandschafts-Erhaltungsverein Steyrtal für das Projekt „Bergwiesn“, das ehemalige Bergmähwiesen reaktivieren und erhalten möchte, um die heute gefährdete Biodiversität zu fördern.

Der Ideenbewerb Vielfalter

Der Vielfalter ist eine sektorenübergreifende Allianz aus dem Nationalpark Kalkalpen, der WKO Steyr, dem Regionalmanagement OÖ, der Familie Scheuch Privatstiftung sowie den Leader-Regionen Nationalpark Kalkalpen und Traun4tler Alpenvorland.

Vor dem Hintergrund des großen Potenzials der Nationalparkregionen als Nährboden für nachhaltige unternehmerische Ideen suchte der Ideencontest im Raum Steyr-Kirchdorf Geschäftsideen, die sich positiv auf die Region Nationalpark Kalkalpen auswirken und ihre vielfältigen Ressourcen kreativ nutzen. Eine Jury mit Experten aus Umweltschutz und Unternehmensförderung wählte die Gewinner nach den Kriterien Wirkung, Wirtschaftlichkeit, die Personen/Team (Umsetzung und Motivation) und Innovationskraft aus.

Die Juroren waren LAbg. Christian Dörfel (Obmann Regionalforum Steyr-Kirchdorf), Erich Mayrhofer bzw. Volkhard Maier (Direktion des Nationalpark Kalkalpen), Ronald Würflinger (Stiftung Blühendes Österreich), Alexis Eremia (Co-Gründerin & Geschäftsführerin Impact Hub Vienna),  Marlis Baurecht (aws Seedfinancing) und Judith Ringer (STI Steyr Trucks, Sales and Services International GmbH)

In der Kategorie Unternehmen gewann übrigens das nachhaltige Modul-Bau-System „Holzheim“ von Markus und Heidy Wolfthaler aus Laussa. Als Preis gab es dafür ein PR-Paket für gezielte Kunden-Ansprache.

der-Vielfalter.at


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