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STEYR. Momentan ist der Stadtplatz eine Großbaustelle, viele sind dem Neuen gegenüber skeptisch. Stadtmarketing-Chefin Daniela Limberger spricht im Interview über Chancen, Kritik und das Thema Leerstände.

Am Steyrer Stadtplatz herrscht rege Bautätigkeit, unter anderem entsteht eine Flaniermeile.
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Tips: Welche Rolle hat das Stadtmarketing bei der Umgestaltung des Stadtplatzes?

Daniela Limberger: Der Prozess wurde bereits vor vielen Jahren, gestartet. Viel ist in der Schublade verschwunden. Letztlich haben wir einen breiten Beteiligungsprozess gestartet, viele Gespräche geführt. Bei der Großbaustelle, die wir jetzt haben, geht es auch um eine notwendige Verbesserung der Infrastruktur. So benötigen wir eine ordentliche Strom- und Wasserversorgung für die Marktfläche rund um den Leopoldibrunnen, sodass wir auch die reibungslose Durchführung der diversen Veranstaltungen gewährleisten können.

Wie und wo ist die Entscheidung gefallen, was passiert?

Daniela Limberger: Wir haben die Bedürfnisse nach vielen Gesprächen mit Gewerbetreibenden und Kunden zusammengefasst und ein Konzept erstellt. Die Entscheidung ist in der Politik gefallen, letztlich musste ein Kompromiss gefunden werden, damit möglichst viele Interessensgruppen bekommen, was sie sich wünschen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Kompromiss?

Daniela Limberger: Wir sind sehr froh, dass etwas passiert. Es hat auch einen breiten Konsens bei den Wirtschaftstreibenden gegeben. Wir haben das Konzept schon im Mai 2017 vorgestellt. Damals haben auch alle die Notwendigkeit gesehen, dass etwas gemacht werden muss.

Dennoch schreien einige Gewerbetreibende nun laut auf...

Daniela Limberger: Die Kritik aufgrund der Veränderung gibt es eben solange wie den Ruf nach Veränderung. Es geht ganz viel um Einzelbedürfnisse. Die Art und Weise, wie der Aufschrei gekommen ist, hat mich erschreckt. Sinnvoller wäre meines Erachtens immer der direkte Diaolog. Von einem autofreien Stadtplatz war nie die Rede, nur von einer Verkehrsberuhigung. Das Ganze ist ein Sturm im Wasserglas. Tatsache ist, dass es durch die Stadtplatzgarage 260 Stellpätze mehr gibt. Die Garage wird sehr gut angenommen und sorgt für Frequenz. Den Stadtplatz schlecht zu reden, bringt keinem etwas.

Wie ist aus Ihrer Sicht der bisherige Probebetrieb gelaufen?

Daniela Limberger: Es wurde nur die Verkehrsführung getestet, es hat noch keine gestalterischen Maßnahmen gegeben. Die Leute können sich jetzt das Endergebnis noch nicht vorstellen. Ich bin überzeugt davon, dass die Neuerungen gut angenommen werden. Die Maßnahmen sind nötig, um weiterhin Leute nach Steyr zu locken.

Thema Leerstände. Der Bräuhof hat geschlossen, auch Haubeneder und Casa Moda haben die Schließung angekündigt.

Daniela Limberger: So ein großer Betrieb wie der Bräuhof hinterlässt schon eine Lücke. Hier hoffen wir, dass es bald ein neues Konzept gibt. Generell ist es sonst ein natürlicher Zyklus, der auch eine Chance für Neues und Bereicherung ist. Aktuell sind 94 Prozent der Geschäftsflächen in der Innenstadt vermietet. Die Hausbesitzer müssen sich überlegen, wie die Fläche ordentlich genutzt werden kann und welches Konzept in die jeweiligen Räumlichkeiten passt. Eventuell sind auch Investitionen nötig, um für Mieter attraktiver zu werden.

Sind die Mieten zu hoch?

Daniela Limberger: Es gibt nur einige wenige Ausreißer, ansonsten sind die Mieten in Steyr absolut moderat und passend. Das ist größtenteils kein Thema.

Im Frühjahr 2019 eröffnet das neue Einkaufszentrum am Tabor. Welche Auswirkungen sind für die Innenstadt zu erwarten?

Daniela Limberger: Das wissen wir alle noch nicht. Momentan ist sehr viel in Bewegung und das ist auch ein Grund, warum sich viele Gedanken über den Stadtplatz machen. Da sind auch Ängste dabei. Wenn man 30 Jahre das selbe Konzept fährt, ist es schwierig, sich auf neue Rahmenbedingungen einzustellen.

Wie ist man erfolgreich?

Daniela Limberger: Der Kunde ist jetzt anderes gewöhnt wie vor 20 Jahren. Öffnungszeiten sind beispielsweise ein wichtiges Thema. Unternehmen, die etwa nicht unter der Woche den ganzen Tag oder an Samstagnachmittagen geschlossen haben und auch mittags nicht über mehrere Stunden schließen, sind für Kunden definitiv attraktiver und somit wirtschaftlich erfolgreicher. Es geht ganz viel um Aufenthaltsqualität, Atmosphäre, Beratung und das Wohlfühlen. Hier kann man sich vom Onlinehandel abheben.

Rund 150 Geschäftsflächen gibt es in der Steyrer Altstadt, davon stehen aktuell neun leer. Mit dem Projekt „Startplatz“ und einem Budget von 100.000 Euro wollen der Verein „Steyr lebt“ und das Stadtmarketing innovative Unternehmen für die Innenstadt gewinnen. Unterstützung gibt es bei Mietkosten und der Ladeneinrichtung. Außerdem werden Coachings angeboten. Details und Kriterien: www.startplatz-steyr.at


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