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STEYR/STEYR-LAND. Die Caritas-Nothilfe ist in Corona-Zeiten besonders gefragt. Ermöglicht wird sie durch Spenden, die Ehrenamtliche der Pfarren derzeit im Zuge einer regionalen Haussammlung erbitten.

Ines Brantner von der Caritas-Sozialberatungsstelle Steyr Foto: Caritas
Ines Brantner von der Caritas-Sozialberatungsstelle Steyr Foto: Caritas

Die alleinerziehende Maria hat aufgrund der Coronakrise ihren Job in der Gastronomie verloren. Ihr letzter Lohn und das anteilige Urlaubsgeld sind noch ausständig. Weil sie zuvor eine Küche anschaffen musste, sind alle Ersparnisse aufgebraucht. In ihrer Verzweiflung wendet sich Maria an die Caritas-Sozialberatung in Steyr. Dank einer finanziellen Überbrückungshilfe kann sie für sich und ihren Sohn Lebensmittel und die nötigsten Dinge für den Alltag einkaufen.

Ansuchen hochgeschnellt

Wegen Covid-19 sind seit dem Lockdown im März durchschnittlich ein Drittel mehr Ansuchen bei den oö. Caritas-Sozialberatungsstellen eingegangen. Die Gründe: Jobverlust und Kurzarbeit. Auch häusliche Gewalt und Trennung waren vermehrt Thema. „In Steyr haben wir in der kurzen Zeit bis Ende Mai 172 Erwachsene und 158 mitbetroffene Kinder unterstützt und 247 Gespräche mehr geführt wie im selben Zeitraum 2019“, berichtet Ines Brantner.

2019: 1.120 Menschen

Im Vorjahr half die Caritas-Sozialberatungsstelle in Steyr 595 Erwachsenen und 525 Kindern. Ob jemand Anspruch auf Hilfe hat, wird genau geprüft. Die Caritas erarbeitet dann gemeinsam mit den Betroffenen einen langfristigen Weg aus der Krise. Als erste Hilfe gibt es meist Gutscheine für Lebensmittel und Bekleidung. „Wenn erforderlich werden auch Zuschüsse zu Heizungs-, Strom- oder Mietrechnungen gewährt, allerdings nur als Überbrückung“, erklärt Brantner. Außerdem hilft die Mitarbeiterin den Betroffenen, sozialrechtliche Ansprüche geltend zu machen.

Von Tür zu Tür

Die Caritas-Nothilfe funktioniert nur dank Spenden. Freiwillige der Pfarren gehen derzeit in Steyr und Steyr-Land von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Erlagschein im Postkasten. Das Geld kommt ausschließlich Menschen in Oberösterreich zugute und sichert Caritas-Einrichtungen wie die Sozialberatungsstellen, das „Haus für Mutter und Kind“ oder das „Krisenwohnen“. Wegen der Coronakrise sind die Haussammler heuer verspätet unterwegs, gesammelt wird unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften.


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