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STEYR. Doris Ganglbauer hat mit ihrem Sohn Florian Fiebiger ein Buch gestaltet: „Mein Glückstagebuch mit Felix“ hilft Sechs- bis Elfjährigen dabei, in Krisenzeiten täglich neue Lebensfreude zu finden.

Doris Ganglbauer leitet seit 2021 die Volksschule Gleink, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist auch in der Fortbildung für Pädagogen tätig. Ihr Sohn und Buchillustrator Florian Fiebiger studierte Medientechnik und -design in Hagenberg. (Foto: privat)

Die Gesundheit und das Glück von Kindern sind der Steyrer Volksschulleiterin Doris Ganglbauer ein großes Anliegen. Ihr nun bei Ennsthaler erschienenes „Glückstagebuch“ zeigt Kindern im Volksschulalter, wo und wie man Glück finden kann. Während die Kinder auf 88 Seiten ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wird spielerisch ihre Achtsamkeit, Dankbarkeit und psychische Widerstandskraft gefördert. Ein kleiner Marienkäfer namens Felix begleitet die Kinder ab der ersten bis zur letzten Seite. Das Tagebuch kann schulisch, aber genauso zuhause genutzt werden.

Tips: Frau Ganglbauer, haben es Kinder aktuell schwerer, Glück zu empfinden?

Doris Ganglbauer: Ich glaube, dass Kinder in diesen Zeiten mehr Unterstützung brauchen, um mit Lebensfreude ihre seelische Widerstandsfähigkeit und ihr Immunsystem zu stärken. Kinder können aber sehr gut sagen, was sie glücklich macht. Immer wieder betonen sie dabei die Wichtigkeit ihrer sozialen Kontakte.

Was gab den Ausschlag für das Herausbringen eines Buches?

Die Idee entstand 2019: Als Volksschullehrerin wollte ich das Thema Glück und Glücklichsein gezielt in den Unterricht einbauen. Also sammelte und erstellte ich Arbeitsblätter und erprobte sie mit meiner Klasse. Die Idee fand Anklang. Während der Pandemie kam dann die Entscheidung: Um möglichst vielen Kindern in dieser schwierigen Zeit zu helfen, sollte aus den Arbeitsblättern ein Buch werden. Mein Sohn Florian illustrierte die Übungen und schuf Marienkäfer Felix.

Welche Beobachtungen haben Sie mit den Kindern gemacht?

Meine Schüler genießen Schulstunden zum Glück und es kommen tolle Ideen und Beiträge von den Kindern. Achtsamkeitsübungen lassen sie zur Ruhe kommen und aufeinander Rücksicht nehmen. Die Kinder erfahren auch, dass sie für ihr eigenes Glück verantwortlich sind und dieses nicht nur auf materielle Dinge begrenzt ist: Auch jemandem helfen, macht glücklich.

Was hat sich in den Jahren der Pandemie verändert?

So richtig habe ich mit den Kindern und dem Glückstagebuch in der Pandemie zu arbeiten begonnen. Die Kinder haben sich Gedanken gemacht, was ihnen in schwierigen Situationen helfen kann und es in einen „Notfallkoffer“, der sich auch im Glückstagebuch befindet, eingetragen. So können sie immer wieder nachschauen, aber auch ergänzen, wenn sie etwas entdeckt haben, was sie glücklich macht. Öfters als sonst kamen Sätze wie „Ich bin glücklich, wenn ich mit meinen Freunden spielen kann“.

Welche Anregungen bietet das Tagebuch noch?

Seiten, auf denen die Kinder zum Beispiel eintragen, was sie an diesem Tag geschafft haben und wie sie sich fühlen, wechseln mit Seiten zum Malen, Lesen, Yogaübungen und einem Bastelteil. Kinder dürfen sich darüber Gedanken machen, wo sie Glück in ihrem Körper spüren, was ihre Glücksnahrung ist, wofür sie dankbar sind und Interviews mit glücklichen Menschen führen. Da Kinder mit sechs Jahren noch nicht alles schreiben können, kann vieles zeichnerisch gelöst werden.

Warum ist das frühzeitige, bewusste Erlernen von Achtsamkeit heute so wichtig?

Wir lernen in der Schule sehr viele Inhalte, die Leistung erfordern. Warum lernt man aber nicht von klein auf, wie man seine Seele stärkt, sein Wohlbefinden fördert und wie man es schaffen kann, glücklich zu sein? Ich denke, dies sind ganz wichtige Faktoren, um das Leben auch unter schwierigen Umständen zu meistern. Wenn man schon als Kind lernt, wie man widerstandsfähig werden und bleiben kann, stärkt einen das auf dem ganzen Lebensweg.

Was können Eltern von Ihrem Buch mitnehmen?

Im Buch werden Themen aufgegriffen, über die im Alltag zuhause eher wenig gesprochen wird. Sich gemeinsam auf diese Glücksreise mit dem eigenen Kind zu begeben, ist sicherlich bereichernd für die ganze Familie.


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