Voglberg: "Wohl aller Verkehrsteilnehmer einbeziehen"
STEYR. In der Debatte rund um die Verbesserung der Voglberg-Querung für Radfahrer richtet Leserin Eva Maria Obermüller einen Appell an den Bürgermeister und den Verkehrsausschuss der Stadt.

Als Ennsleitnerin, welche den Voglberg mehrmals pro Woche quert – mal nur mit dem Rad, mal mit Radanhänger mit unserem Sohn, mal als Fußgänger mit Kinderwagen – möchte ich meine Erfahrung in der letzten Zeit teilen. In der gesamten Zeit des Probebetriebes habe ich keinen einzigen Stau erlebt, die Autofahrer sind häufig freiwillig stehengeblieben, um ein gutes Queren zu ermöglichen. Insgesamt hatte ich nicht das geringste Gefühl, dass dadurch eine Verschlechterung für die Verkehrssituation entstanden ist. Seit einigen Wochen nutze ich die Strecke auch berufsbedingt vermehrt mit dem Auto und auch hier sehe ich keine erhöhten Wartezeiten, selbst zu Stoßzeiten in der Früh und am Nachmittag nicht.
Es ist sinnbefreit, einen teuren Radweg-Ausbau etwas weiter stadteinwärts durchzuführen – ohne ein Konzept für die Querung der nächsten mehrspurigen Kreuzung zu haben – wie nachhaltig wird hier Steuergeld eingesetzt? Wie weit wird in dieser Stadt gedacht – so weit wie es leicht möglich ist oder so weit wie es für eine breite Bevölkerung, das Klima und das Wohl aller Kinder und Erwachsenen, die diese Straße jemals queren wollen, gut ist?
Dass der Probebetrieb eingestellt und eine sachliche Evaluierung nicht stattfindet ist für mich empörend. Ich frage mich ernsthaft, ob irgendjemand von den entscheidenden Mitgliedern des Verkehrsausschusses diese Kreuzung von stadtauswärts kommend zu Fuß oder mit dem Rad überquert hat – der Voglberg ist von dieser Seite nicht einsehbar.
Besonders „brisant“ ist die Querung dieser Kreuzung als Fußgänger mit einem Kinderwagen – ich habe dem Verkehrsausschuss geraten, dies zu probieren – einen Kinderwagen samt Dummy stelle ich gerne zur Verfügung! Sollte an dieser Stelle ein Radfahrer oder Fußgänger – welchen Alters auch immer - durch einen Unfall verunglücken, hoffe ich für die Entscheidungsträger, dass sie ihre Meinung immer noch guten Gewissens vertreten können und alle Für und Wider gut abgewogen haben.
Ich bitte die zuständigen Politiker, frei von Partei-Denken das Wohl aller Verkehrsteilnehmer in ihre Überlegungen einzubeziehen, und nicht nur die Stimmen der lautesten auf den Social-Media-Kanälen. Die Teilnehmer im Verkehrsausschuss berufen sich bei der Beendigung des Probebetriebs auf die Sicherheit der Menschen. Ich möchte entsprechende Schritte zur Verbesserung der Sicherheit beim Queren dieser Straße – ohne Rad-/Fußübergang und ohne freie Sicht auf eine zweispurige Straße ist das Reden von Sicherheit für die Menschen eine einzige Farce.
Auch als Autofahrer ist mir eine Verbesserung der Einsicht und Klarstellung der Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger ein Anliegen – denn in einen Unfall hier beteiligt zu sein ist auch als Autofahrer äußerst unangenehm.
von Eva Maria Obermüller, Steyr


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden