Spektakulärer Gräberfund bei Steyrer Deponie

Robert Hofer Tips Redaktion Robert Hofer, 07.12.2022 12:25 Uhr

STEYR. Bauarbeiter stießen bei der Sanierung der Mülldeponie im Stadtteil Hausleiten auf acht Gräber aus dem frühen Mittelalter.

Ein Archäologen-Team hat anschließend neben zahlreichen Grabbeigaben, wie Schmuck aus Glas und Bronze, auch Knochen von sieben Menschen freigelegt. Darunter war auch das Skelett einer jungen Frau. Die Dame, vom Grabungsteam Viktoria genannt, hat um das Jahr 700 gelebt, war etwa 1,60 Meter groß und ist im Alter von ungefähr 30 Jahren gestorben. „Wir wissen aus dieser Zeit sehr wenig. Es sollte jedoch auch damals in oder in der Nähe von Steyr schon eine Siedlung gegeben haben“, erklärte der mit der Untersuchung betrauter Archäologe Wolfgang Klimesch.

Oft herrschte Chaos

Erkenntnisse über die Zeit des Frühmittelalters sind schwierig zu erlangen. So wurden zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert in unseren Breiten nur Gebäude aus Holz errichtet, auch Geld wurde nicht verwendet, es herrschte Tauschhandel, deshalb gibt es wenig Funde. Das römische Reich existierte um 700 nicht mehr, das Reich der Franken hatte seine Größe noch nicht erreicht. Mehrere Stämme und Völker nützten das Macht-Vakuum und drangen in die Region an den Flüssen Enns und Donau ein. Oft herrschte Chaos, es wurde geplündert und gekämpft. Besonders gefürchtet waren in dieser Zeit die Awaren, Steppenkrieger aus der pannonischen Tiefebene. Erst der Bayern-Herzog Thassilo, der Gründer des Klosters Kremsmünster, konnte Ruhe in die Gegend um Steyr bringen.

Wer war Viktoria?

Wer Viktoria war und woran sie gestorben ist, weiß man noch nicht. Die Knochenuntersuchungen, die in Florida durchgeführt wurden, zeigen aber, dass sie muskulös war. Die reichen Grabbeigaben legen nahe, dass sie wohlhabend war. Der Fundplatz nahe der Enns lässt auf eine gute Versorgung mit Lebensmitteln schließen, da die Enns Fische lieferte und die Böden beim Fluss fruchtbar sind. „Die Funde werden sicherlich viele neue Erkenntnisse über die noch wenig erforschte Periode des Frühmittelalters in Steyr bringen. Viktorias Überreste werden vorerst im Depot des Stadtmuseums zu weiteren Untersuchungen eingelagert und die Grabbeigaben sollen zur Ausstellung konserviert werden“, erklärt Kulturstadträtin Katrin Auer.

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