Sierninger fordern Radweg nach Steyr
SIERNING. Seit Oktober 2022 ist der Mindestabstand beim Überholen von Radfahrenden gesetzlich verankert. Innerorts sind mindestens 1,5 Meter Abstand, außerorts mindestens zwei Meter einzuhalten. Die Realität sieht leider noch völlig anders aus, stellt die Radlobby Sierning fest.

Mit der behördlich angemeldeten Demonstrationsfahrt „Abstand macht sicher“ machte die Radlobby Sierning auf diese Thematik aufmerksam. Kleingruppen mit zwei bis drei Personen waren mit Warnwesten und Infotafeln auf ihren Fahrrädern am 1,2 Kilometer langen Straßenabschnitt der Voralpenstraße zwischen Sierning-Untergründberg und der Stadtgrenze von Steyr unterwegs.
25 Prozent aller motorisierten Verkehrsteilnehmer überholten trotz Gegenverkehr. Dass sich dabei der geforderte Seitenabstand nicht ausgehen kann, liegt auf der Hand. Nur jeder Zehnte überholte vorbildlich. Brenzlig wird es, wenn Lkw oder Linienbusse mit im Spiel sind.
Heftige Reaktionen
Die Radlobby hat bewusst diese Strecke ausgesucht, denn von Sierning nach Steyr gibt es keinen alltagstauglichen Radweg. Heftige Reaktionen von positiven „Ihr müsst‘ das öfters machen!“ bis zu bösartigsten Beschimpfungen und polizeilichen Beschwerden wurden durch die Aktion ausgelöst. „Diese zeigen uns, dass es höchste Zeit für ernsthafte Planungen eines direkten Radweges nach Steyr ist. Die alternative Strecke führt zwar über Nebenstraßen und touristische Feld- und Wiesenwege, beinhaltet aber auch Steigungen und ist mit rund 2,8 Kilometern Länge mehr als doppelt so lang wie der direkte Weg entlang der B122“, erklärt Elisabeth Ettinger, Sprecherin der Radlobby Ortsgruppe Sierning.
Für die tägliche Benutzung im Alltag sei die B122 für Radfahrer aber unzumutbar. Auch für routinierte Radfahrende ist das Befahren mit einem hohen Unfallrisiko verbunden. Autofahrende fühlen sich durch Radler belästigt. „Ein Radweg ist daher für alle Seiten notwendig und trägt zu Entspannung und mehr Sicherheit bei“, so Ettinger.
Sichere und alltagstaugliche Radrouten zwischen benachbarten Gemeinden sollten in der aktuellen Zeit eine Selbstverständlichkeit sein, meint die Radlobby. Vorteile für Klima, Umweltschutz und Gesundheit der Menschen seien unbestritten. „Ziel unserer Aktion ist es fehlende Radwege sichtbar zu machen, denn sichere Überholabstände sind wie die Realität gezeigt hat ein Wunschtraum“, sagt Ettinger.
Kontakt per E-Mail: sierning@radlobby.at
Informationen zum Thema Überholabstand: www.radlobby.at


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