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Eine Frau der ersten Stunde im Nationalpark Kalkalpen

Robert Hofer, 03.03.2026 18:21

STEYR. Die Steyrer Pädagogin Petra Schabhüttl führt als Nationalpark-Rangerin jährlich 20 bis 25 Gruppen durch die Natur, vorwiegend im Ennstal.

Petra Schabhüttl ist seit beinahe 30 Jahren als Rangerin im Nationalpark Kalkalpen unterwegs. Sie vermittelt Wissen über die Natur und macht ökologische Zusammenhänge erlebbar. (Foto: privat)

Seit 1997 besteht der Nationalpark Kalkalpen, bereits ein Jahr davor begann Petra Schabhüttl mit der Ausbildung zur Nationalpark-Betreuerin. „Ich war schon immer gerne draußen unterwegs und das Thema Naturvermittlung liegt mir einfach am Herzen“, erklärt die 56-jährige Steyrerin ihre Motivation, sich im Nationalpark zu engagieren.

Beruflich arbeitet sie im Umwelt-Bildungsbereich (KinderUni Steyr) sowie in der Erwachsenenbildung beim BFI. Dazu kommen 20 bis 25 Touren als Rangerin, die vorwiegend zwischen April und Oktober stattfinden.

Ein Format für Frauen

Im Mai und Juni streift Schabhüttl überwiegend mit Schulklassen durch die Wälder im Reichraminger Hintergebirge. Sie wird aber auch immer wieder von Kleingruppen gebucht, auch ein spezielles Format für Frauen ist im Angebot. „Zweimal im Jahr sind wir dabei mehrere Tage auf verwunschenen Pfaden unterwegs. Bei meinen Touren möchte ich das Thema Wildnis erlebbar machen“, so Schabhüttl.

Sie will vermitteln, was Natur- und Artenschutz sowie Biodiversität bedeuten. Ihre zentrale Botschaft: „Der Mensch ist Teil der Natur und wir sind von diesem System abhängig. Je mehr Artenvielfalt, desto mehr profitieren wir davon. Wir sind ein Rädchen im großen System. Wenn wir Lebensraum zerstören, fällt das irgendwann auf uns zurück.“

Obfrau der Ranger

Der Nationalpark sei ein großes Experiment, in dem ein Lebensraum sich selbst überlassen wird und der Mensch zuschauen muss. „Es gibt immer noch viele Geheimnisse in der Natur“, so Schabhüttl, die sich von Beginn an auch für passende Rahmenbedingungen der Naturvermittler einsetzt.

1999 wurde der Oberösterreichische Rangerverband gegründet. Schabhüttl ist seither im Vorstand dabei und seit mehreren Jahren die Obfrau. In dieser Funktion vertritt sie ihre Kollegen gegenüber der Nationalpark-Verwaltung.

Über 40 Naturvermittler sind im Team, sie kommen aus unterschiedlichen Berufsfeldern. „Es sind Ärzte, Physiotherapeuten, Lehrer oder Leute aus dem technischen Bereich dabei“, erklärt Schabhüttl. Je nach Fachwissen gestalten die Ranger ihre Führungen. Vor allem im Sommer gibt es viele Individualtouren (Book a Ranger), das Winterangebot wird hingegen zaghaft angenommen.

Auf rund 209 Quadratkilometern schützt der Nationalpark Kalkalpen im Sengsengebirge und Reichraminger Hintergebirge wertvolle Natur- und Waldwildnisflächen von internationaler Bedeutung. Er steht seit bald drei Jahrzehnten für konsequenten Naturschutz in Oberösterreich.


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