STEYR. Vor über 55 Jahren wurde die Pfarrkirche im Steyrer Stadtteil Ennsleite eingeweiht. Für die kleiner werdende Pfarrgemeinde ist das 6.300 Quadratmeter große Areal mittlerweile aber viel zu groß. Ein Verkauf wird angestrebt.

Nur noch 50 bis 60 regelmäßige Gottesdienst-Besucher gibt es auf der Ennsleite. Sie wurden im Jänner über die geplanten Schritte informiert. „Das Verständnis ist schon groß, auch wenn uns das allen weh tut“, sagt Burghard Ebenhöh, Sprecher des ehrenamtlichen Teams der Pfarrgemeinde Ennsleite.
Dass die finanziellen und personellen Lasten des großen Seelsorgezentrums auf Dauer nicht zu stemmen sind, zeichnete sich schon viele Jahre ab. „Besonders schmerzlich macht sich das im Winter bemerkbar. Wir können uns das Heizen der Kirche und der Kapelle nicht mehr so ohne Weiteres leisten“, erzählt Ebenhöh. „Sichtbar für alle ist, dass so einiges nicht mehr im besten Zustand ist. Draußen bröckelt Beton ab, die Kirchenfenster werden teilweise blind, des Öfteren regnet es irgendwo durch die Dächer. Anhaltende Reparaturen, die über das dringend Notwendige hinausgehen, können wir uns nicht mehr leisten.“
Fusion kein Thema
Eine Fusion, etwa mit Münichholz, ist für die Ennsleitner kein Thema. „Wir wollen als Gemeinschaft weitermachen, haben bei uns viele engagierte Leute“, so Ebenhöh. Vergangenen Herbst setzte sich der Pfarrgemeinderat, erweitert durch weitere ehrenamtliche Helfer, in einer Klausur intensiv mit der Zukunftsfrage auseinander. Klares Ergebnis: Man muss nach neuen Wegen suchen und will als Kirche im Pfarrgebiet (Ennsleite und Waldrandsiedlung) spürbar bleiben.
Die Folge war ein Beschluss des Pfarrgemeinderats im Jänner, der den Verkauf der Liegenschaft anregt. Dies alles geschieht im Einvernehmen mit der Großpfarre Steyr und der Diözese Linz. Der Verkaufserlös soll für ein neues Gemeindezentrum verwendet werden und die Zukunft der Pfarrgemeinde absichern.
Suche nach neuer Herberge
Die Suche nach einem neuen Standort hat bereits begonnen, infrage kommen etwa leerstehende Geschäftsflächen. Wichtig ist nur, dass sich die neue Herberge im Pfarrgebiet befindet. Aktuell denkt man eher an Miete als an einen Kauf.
„Über Ideen und Vorschläge sind wir dankbar“, betont Ebenhöh. Er und seine Mitstreiter streben eine möglichst rasche Lösung an. „Im März 2027 stehen Pfarrgemeinderatswahlen an. Bis dahin wollen wir eine klare Zukunftsperspektive haben. Wir wollen unseren Ennsleitner Geist, unsere weltoffene, flexible, moderne Art, Kirche zu leben, fortsetzen. Gepaart mit dem Mut, Neues auszuprobieren. Gerade ein neuer Raum kann dafür eine große Chance sein.“
Verkauf ist zweiter Schritt
Erst wenn eine neue Bleibe gefunden ist, wird der Verkauf des 6.300 Quadratmeter großen Kirchen-Areals von der Diözese in die Wege geleitet.


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