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STEYR- Wie das Krankenhaus der Zukunft aussehen kann, erfuhren rund 30 Interessierte beim Smart Innovation Stammtisch 4.0 im Steyrer Spital.

Von links: Walter Ortner, Reinhold Mittermayr, Birgit Winninger, Paul Voithofer und Heinz Kosma
Von links: Walter Ortner, Reinhold Mittermayr, Birgit Winninger, Paul Voithofer und Heinz Kosma

Gerätetracking, Tracking zum Schutz vom eigenen Personal oder Tracking von desorientierten und dementen Patienten durch sogenannte wearables, wie Armbänder, sind bereits in der Testphase. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Greiner Bio-One wurde in einem Pilotprojekt GeT (Greiner eHealth Technology) entwickelt. Der gesamte Blutabnahmeprozess wurde dabei von bisher elf Schritten auf nur sechs Schritte verkürzt.

Besuche aus aller Welt

Internationale Studien belegen, dass der Prozess der Präanalytik zahlreiche Fehlerquellen birgt. Bei prozesskonformer Anwendung des neuen Systems GeT wird Iinsbesondere die Fehlerquelle der falschen Patientenidentifikation ausgeschlossen. Das internationale Interesse ist groß, denn das LKH Steyr ist das erste Krankenhaus weltweit, das GeT implementiert hat. Zahlreiche Referenzbesuche aus aller Welt sprechen für den Erfolg. Birgit Winninger vom LKH Steyr sieht die Möglichkeiten für GeT auch in anderen Bereichen: „Die elektronische Proben-Patienten-Verknüpfung hat großes Potenzial und könnte auch bei anderen Anwendungen wie Infusionen, Gewebeproben und vieles mehr eingesetzt werden. Die Herausforderung ist es, die Menschen im Prozess mitzunehmen und ihnen die Angst vor Veränderung zu nehmen. Das gelingt nur durch gute Zusammenarbeit und intensive Kommunikation.“

Keine zitternden Hände

Digitalisierung spielt auch in der Ausbildung eine Rolle. Klinische Notfälle werden in Simulationstrainings geübt. Ärzte lernen Operationstechniken in der virtuellen Realität, bevor sie diese dann am Patienten ausführen. Robotik wird stärker eine Rolle spielen. Operationen werden mit OP-Robotern durchgeführt, denn das Gerät absorbiert u.a. leichtes Zittern der menschlichen Hand bei der Operation.

Asiaten sind Vorreiter

Ein Blick nach Asien zeigt, wie die Zukunft sich weiterentwickeln kann. Seit 2015 gibt es in China Telemedizin, die von 160 Millionen Menschen genutzt wird. 450.000 Anfragen werden hier täglich bearbeitet. Telemedizin wird auch in England oder an der MedUni Aachen zwischen Intensivstationen genutzt. Mit Erfolg, denn die Sterblichkeit wurde bei lebensbedrohlichen Krankheiten gesenkt. Heinz Kosma, kaufmännischer Direktor des LKH Steyr, ist überzeugt: „Der lebenslange, digitale Gesundheitsakt, personalisierte Medizin, interdisziplinäre Versorgung, vollständige Vernetzung und Datenintegration, mehr Prävention und Eigenverantwortung, das alles wird kommen.“ Big Data ist das große Stichwort. Künstliche Systeme können präzisere Diagnosen und Therapievorschläge machen und damit das klinische Personal unterstützen. Dabei gilt es immer auf den Datenschutz zu achten.


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