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STEYR/TERNBERG. Katharina Werner aus Ternberg ist die regionale Spitzenkandidatin der Neos für die Nationalratswahl am 15. Oktober. Tips hat die 32-Jährige zum Interview getroffen.

Katharina Werner Foto: Neos
Katharina Werner Foto: Neos

Tips:Sie sind in Ternberg parteifreie Ersatz-Gemeinderätin für die ÖVP. Warum jetzt der Wechsel zu Neos?

Katharina Werner: Leider war es damals nicht möglich, für Neos zu kandidieren, ich hatte die Partei aber schon gewählt. Das Frustrationslevel mit der Politik in Österreich war bei mir jetzt so hoch, dass ich nicht länger auf der Zuschauerbank sitzen wollte. Ich muss was tun.

Aber nicht für die ÖVP?

Auf lokaler Ebene funktioniert das ganz gut, auch mit den Leuten. Aber auf Landesebene hat es Sachen gegeben, die mich gestört haben, etwa dass Landesrätin Hummer abgeschossen wurde. Auf Bundesebene hat man ein Gesicht ausgetauscht, einen Etikettenwechsel gemacht. Es ändert sich aber nichts, außer dass man Bewegung draufschreibt.

Welche politischen Ziele haben Sie für die Region Steyr?

Viele meiner ehemaligen Schulkollegen sind nicht mehr in die Region zurückgekehrt, weil sie hier einfach keine Jobs kriegen. Es müssen mehr qualifizierte Jobs abseits der Metallindustrie in der Region angesiedelt werden. Als Selbständige bilde ich Lehrlinge aus, hier ist eine Aufwertung ganz wichtig. Auch im Bereich Bildung gibt es sehr viel zu tun. Für die qualifizierten Jobs in ländlichen Regionen ist eine Verwaltungs- und Verfassungsreform sehr wichtig.

Welche Aktionen sind vor der Wahl geplant?

Wir werden viel von Tür zu Tür gehen und auf Events auftauchen. Wir betreiben keine Zeltfestpolitik, setzen lieber auf Inhalte.

Gibt es für Sie persönlich eine realistische Chance, ins Parlament zu kommen?

Über eine entsprechende Menge an Vorzugsstimmen. Die Zeit bis zur Wahl ist noch lang, man weiß nicht was passiert.

Wieviel Prozent kann Neos am 15. Oktober erreichen?

Definitiv den Einzug ins Parlament. 17 Prozent der Wähler sind noch unentschlossen, es gibt noch ein großes Potenzial, Leute zu überzeugen. Vor dem Sommer war ich noch wesentlich zuversichtlicher, dass wir die zehn Prozent schaffen. Durch die Liste Pilz hat sich die Ausgangsposition verändert. Ich glaube, dass sieben Prozent für uns durchaus erreichbar sind.

Zur Person

Katharina Werner, Jahrgang 1985, hat am Gymnasium Werndlpark maturiert und 2009 ihr Studium der Politik- und Kommunikations-wissenschaften in Wien abgeschlossen. Aktuell arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit an der Universität Zürich. Beruflich ist sie selbständig im Einzelhandel tätig (Equizandor Reitsportbedarf in Dietachdorf).


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