"Ich lebe gerne in Traun"
TRAUN. Mit zahlreichen Groß-Bauprojekten unterliegt die Stadt Traun nicht nur optisch einem Wandel. Wie Traun im oberösterreichweiten Vergleich dasteht, verrät Bürgermeister Rudolf Scharinger im Tips-Interview.

Tips: Neben der neuen Spinnerei – welche großen Bauprojekte laufen noch in Traun?
Rudolf Scharinger: Das nächste große Bauprojekt wird der Abriss der alten Spinnerei am Graumannareal, dort werden zirka 130 Wohnungen gebaut. Zudem sind noch am Areal der Maschinenfabrik Zellinger sowie am alten Standort der Energie AG größere Wohnprojekte geplant. Außerdem werden wir den Kindergarten im Zentrum erweitern, in Planung ist auch die neue Landesmusikschule.
Von den baulichen Maßnahmen werden Gebäudeadaptierungen, durch die Zusammenlegung der HS 1 und HS 2, im Mittelpunkt stehen. Wenn möglich, haben wir auch noch vor, die Krabbelstube zu erweitern, die mittlerweile schon wieder zu klein ist. Saniert werden soll auch noch das Badezentrum und ein großes Thema ist und bleibt die Sanierung des Sportzentrums Traun.
Tips: Über die HAKA-Arena wird ja seit Langem schon viel geredet – etwa über einen Neubau. Was stimmt, was nicht?
Scharinger: Ja, es wird viel diskutiert und das Projekt ist ein großer Brocken für die Stadt. Derzeit stehen wir noch ganz am Anfang der Planung. Die Kosten werden zirka neun bis zehn Millionen Euro betragen, derzeit verhandeln wir darüber mit dem Land OÖ. Ein Neubau des Sportzentrums würde das Doppelte kosten und würde auch vom Land nicht genehmigt werden. Zudem kann man das Grundstück, auf dem das Sportzentrum steht, nicht auf Wohnbau umwidmen, weil es in der Einflugschneise liegt. Wir könnten dort maximal einen Park hinbauen.
Das Sportzentrum ist weder einsturzgefährdet und es ist keine Gefahr im Verzug. Leute haben viele verschiedene Zugänge zu dem Bauprojekt – ich glaube, dass viele Aussagen aufgrund mangelnder Information entstehen und hier viel Politik auf dem Rücken der Sportvereine ausgetragen wird.
Tips: Was wird sich jetzt erst einmal alles ändern im Sportzentrum Traun?
Scharinger: Jetzt wird erstmal der Kunstrasenplatz gebaut und die Garderoben werden erweitert. Auch der Name wird sich ändern, da mit Juni der Vertrag mit HAKA endet. Ab Juli heißt es dann einfach „Bezirkssportzentrum Traun“.
Tips: Traun ist eine der Städte, die das rasanteste Wachstum verzeichnen. Wie geht die Stadt damit um?
Scharinger: Traun ist eine der dicht bebautesten Städte. Im örtlichen Entwicklungskonzept hat die Stadt beschlossen, nur noch in der Qualität zu wachsen, also Qualität vor Masse. Wir möchten vernünftig wachsen, dass wir auch die Infrastruktur nachziehen können. Denn mehr Wachstum bedeutet auch immer mehr Kindergärten, Schulplätze usw. Jetzt muss man schauen, auch neue Betriebe anzusiedeln, da wir auch Arbeitsplätze in Traun brauchen. Und wir müssen qualitativ hochwertigen, aber auch leistbaren Wohnraum schaffen – hier müssen wir eine Balance finden.
Tips: Wie steht die Stadt Traun im OÖ-Vergleich da?
Scharinger: Das Image wandelt sich von Traun, wir könnten Sportstadt, Schulstadt und neuerdings auch Kulturstadt sagen. Für mich sind das alles Teile einer hohen Lebensqualität, ich lebe gerne in Traun. Der Vorteil ist jetzt auch, dass wir mit der neuen Straßenbahn seit letztem Jahr auch noch besser an den öffentlichen Verkehr nach Linz angebunden sind. Man kann überall Schrauben nachstellen, aber wir brauchen uns nicht zu verstecken.


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