Die „Night of Wheels“ war trauriger Höhepunkt der Raserei an der B1

Laura Voggeneder Laura Voggeneder, Tips Redaktion, 19.06.2019 19:53 Uhr

TRAUN/HÖRSCHING/WELS. Die B1-Strecke zwischen Traun und Marchtrenk ist bei Rasern beliebt. In der Nacht von 9. auf 10. Juni versammelten sich 200 Tuning-Fans an der Trauner Kreuzung und sorgten für Unruhe. Die Exekutive will jetzt mehr Kontrollen durchführen.

Die „Night of Wheels“ ist eine Auto-Tuning-Veranstaltung. Heuer hat sie am 9. Juni in Wels stattgefunden. Rund um die Veranstaltung haben sich in Wels Menschenansammlungen gebildet und illegale Rennen wurden gestartet. Zahlreiche Beschwerden wegen Lärmbelästigung sind eingegangen. Die Polizei griff hart durch. Etliche Anzeigen und Organmandate wurden verhängt.

Hotspot Traun

Um 22 Uhr verlagerte sich das Geschehen von Wels nach Traun. Zwischen 150 und 200 Personen rotteten sich am Pendlerparkplatz an der Traunerkreuzung zusammen. Auf der Zufahrtsstraße zur Tankstelle ließen die Lenker die Reifen durchdrehen. Das führte zu massiver Lärm- und Rauchentwicklung. Reifenabriebspuren waren noch Tage später zu sehen. Die Polizei bündelte ihre Kräfte also in Traun, sperrte Zufahrtsstraßen, verhängte 70 Verwaltungsanzeigen und 15 Organmandate. Insgesamt hat die Exekutive in der Nacht des Pfingstsonntags in Wels und Traun 300 Anzeigen und 45 Organmandate verhängt.

Problem ist bekannt

Die Vorfälle der „Night of Wheels“ stehen symptomatisch für die Raserei an der B1 zwischen Traun und Hörsching, die Anwohnern und Polizei schon länger ein Dorn im Auge ist. „Der Streckenabschnitt ist beliebt, weil es jeweils zwei gut ausgebaute Fahrspuren in jede Richtung gibt und das über einen längeren, wenig kurvenreichen Streckenabschnitt“, erklärt Theresia Schlöglmann, Leiterin der Abteilung Sicherheit und Verkehr an der Bezirkshauptmannschaft (BH) Linz-Land.

„Die B1 ist eine typische Straße im Ballungsraum, die die Tuning-Szene anzieht. Tankstellen und Parkplätze so wie an der Trauner Kreuzung laden dazu ein, sich zu treffen“, sagt Johann Thumfart, stellvertretender Leiter der Landesverkehrsabteilung OÖ.

Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer

„Es geht bei dem Thema ja nicht nur um die Ruhestörungen. Das Rasen ist gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer“, betont ÖVP-Bezirksparteiobmann und ÖVP-Sicherheitssprecher im Land OÖ. Er plädiert für harte Strafen. Fixe Radarkästen könnten eine abschreckende Wirkung, sagt Stanek.

Hörschings Bürgermeister Gunter Kastler sagt: „Anrainer der B1 sind mit Sorge und Empörung an mich herangetreten. Ich habe mit dem Polizeikommandanten die Lage besprochen, es sollen nun verstärkt Kontrollen stattfinden. Autorennen sind höchstgefährlich, unschuldige Verkehrsteilnehmer werden einem hohen Risiko ausgesetzt oder gar in Unfälle verwickelt. Das ist nicht tragbar, ich plädiere daher dafür, Rasern für einen längeren Zeitraum die Fahrerlaubnis zu entziehen.“

Tuning-Szene kontrollieren

Die Behörden wollen nach der „Night of Wheels“ verstärkt gegen die Raser vorgehen. „Das dulden wir nicht. Wir setzen einerseits bei den Lenkern an und bringen Vergehen rigoros zur Anzeige, etwa wenn die Geschwindigkeit überschritten wurde“, sagt Thumfart. Andererseits werden die Autos selbst genauer kontrolliert.

In der „Night of Wheels“ wurden mehrere Kennzeichen wegen unerlaubten Tunings abgenommen. „Wir passen uns der Szene an und sind dort präsent, wo Veranstaltungen stattfinden. Ziel ist es, die Szene einzudämmen. Ganz unterbinden kann man sie nie“, erklärt Thumfart.

Radarkästen nicht sinnvoll

Theresia Schlöglmann erklärt, warum es auf der Strecke keine fixen Radarkästen gibt: „Fixe Radarkästen werden den Rasern kaum Einhalt gebieten, da technische Einrichtungen vor der Radarüberwachung warnen. Sie sind also nicht geeignet, Raser aus dem Verkehr zu ziehen, was ja das Ziel sein sollte. Es würde lediglich dazu beitragen, das Problem zu verlagern“, sagt Theresia Schlöglmann.

Die BH werde weiterhin Schwerpunktaktionen zur Geschwindigkeitsüberwachung durch die Polizei anordnen. Die Polizei selbst werde verstärkt Augenmerk auf den Streckenabschnitt legen, jedoch seien die Ressourcen begrenzt. Thumfart ruft Anrainer dazu auf, der Polizei Raser immer zu melden.

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Kommentare

  1. Hermann
    Hermann21.06.2019 09:17 Uhr

    Raserei auf der B1 - Die Geschwindigkeitsbegrenzung an der B1 bei Traun wird sehr oft nicht eingehalten - davon kann sich jeder überzeugen, der an der Trauner Kreuzung bei der Ampel mit dem Rad oder zu Fuß wartet. Dies hat natürlich mit mangelnder oder nicht vorhandener Kontrolle zu tun. Wenn ich nun lese, dass fix montierte Radaranlagen nicht zweckmäßig sind, weil es dagegen technische Wanreinrichtungen gibt, so frage ich mich schon, warum diese Kästen nicht schon überall abmontiert werden? Ich stimme dem ja überhaupt nicht zu, nur verstärkte Überwachung und entsprechende Strafen können Raser bremsen - dazu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen!

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