Gefälschter Honig wird zum Problem
Oberösterreich. Landesrat Max Hiegelsberger: „Viele europäische Länder sind nicht in der Lage, die Honignachfrage über die heimische Erzeugung abzudecken. Einerseits gibt es zu wenige Bienenvölker, um die Nachfrage decken zu können, andererseits wird Honig aus Asien, vorrangig China, sehr billig angeboten, oftmals von fragwürdiger Herkunft und Qualität.“

“Honigverfälschungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Verfälschung betrifft praktisch allen Honig, der in die EU eingeführt wird, und insbesondere Produkte aus China. Dafür verantwortlich sind die höheren Honigpreise im Vergleich zu den möglichen Verfälschungsmitteln und -Methoden“, erklärt Hiegelsberger. Und die Zahlen sprechen ein deutlich Sprache. So hat die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat im Jahr 2016 von 538 Proben 18 wegen eines Verstoßes gegen die Honigverordnung, die die Qualität des Honigs gesetzlich regelt, beanstandet.
„Slow Honey“ als Antwort auf Industriehonig
Die Slow-Food-Bewegung begann 1986 in Italien als Reaktion auf die Verbreitung von „Fast Food“-Kettenrestaurants in Europa. „Langsam“ bedeutet nicht nur, sich die Zeit zu nehmen, gutes Essen zu genießen, sondern auch mit traditionellen Produktions- und Zubereitungsmethoden zu arbeiten. In der Honigproduktion hat der Markt zwei Extreme, die sich perfekt durch die Zeit definieren lassen, in der die Bienen Nektar in Honig verwandeln können. Traditionelle europäische Produktionsmethoden zielen auf einen sehr niedrigen Wassergehalt ab, bevor der Honig aus dem Bienenstock entnommen wird. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der Imkerei und die physikalischen Eigenschaften des Honigs. So wie die „Slow Food“-Bewegung zu einem weltweiten Phänomen geworden ist, wird auch der „Slow Honey“ rund um den Globus eine große Zukunft haben, da sich die Konsumenten des traditionell produzierten lokalen Honigs als perfekte Möglichkeit, die Essenz einer Region einzufangen, bewusstwerden und bereit sind, einen fairen Preis für dieses besondere Erlebnis zu zahlen.


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