Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LICHTENBERG. Daniela Durstberger feierte am 8. April ihr zehnjähriges Jubiläum als Bürgermeisterin von Lichtenberg. Im Tips-Gespräch erzählt sie von ihren Erfahrungen, Zielen für die Zukunft und was sie bewogen hat, sich politisch zu engagieren.

Daniela Durstberger ist seit zehn Jahren Bürgermeisterin von Lichtenberg.
Daniela Durstberger ist seit zehn Jahren Bürgermeisterin von Lichtenberg.

Tips: Sie sind seit zehn Jahren Bürgermeisterin von Lichtenberg. Was hat sich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde verändert?

Durstberger: Als ich mich entschieden habe, das Amt als Bürgermeisterin zu übernehmen, wollte ich im Amt auch einiges verändern. Wir haben ein neues Logo für Lichtenberg entwickelt, die Ortskernentwicklung war schon voll im Gange und ich habe sie umsetzen dürfen. Lichtenberg ist eine Wohlfühlgemeinde. Wir haben eine gute Nahversorgung und auch in beiden Ortszentren gibt es eine positive Entwicklung im Wohnbau. Der Bikepark wurde gebaut und auch die Spielplätze sind für mich ein wichtiges Thema. Wir haben vor Kurzem den Kindergarten und die Krabbelstube neu eröffnet. Die Krabbelgruppe hat jetzt einen fixen Platz, davor gab es Provisorien in der Schule. Für die Kinderbetreuung ist nun langfristig gut gesorgt.

Tips: Wenn Sie zurückblicken, welche Ereignisse haben einen besonders positiven und negativen Eindruck bei Ihnen hinterlassen?

Durstberger: Das Schönste sind die Begegnungen mit Menschen. Man lernt viele Menschen kennen und schätzen. Bürgermeisterin zu sein, ist eine spannende Aufgabe, der Alltag ist nie gleich. Man wächst an den Aufgaben. Eine der größten Herausforderungen war das Gemeindezentrum neu. Bei Veränderungen gibt es nicht nur Zuspruch. Es war ein harter Weg und es gab auch negative Begegnungen mit Menschen, von denen man sich so etwas nicht erwartet hat. Aber wenn man sich ein Ziel gesetzt hat und eine Entscheidung bereits gefallen ist, muss man geradeaus gehen und dran bleiben. Im Nachhinein sind viele auf den Zug aufgesprungen und sagen, es war die richtige Entscheidung.

Tips: Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Durstberger: Es gibt noch viele Ideen. Die große Schulsanierung steht bevor, die Infrastruktur muss immer instandgehalten werden, die Straßenbeleuchtung soll optimiert werden. Auch das Thema Wohnen kann noch ausgebaut werden. Die Gemeinde kann ruhig ein paar Einwohner mehr bekommen, da es einen Wechsel gibt. Manche, vor allem auch Studenten, ziehen weg, dafür braucht man wieder neue Einwohner. Aktuell ist auch der Feuerwehrzubau im Gange. Das war mir ein großes Anliegen und der Zubau soll heuer noch fertig werden.

Tips: Was bedeutet für Sie persönlich Politik?

Durstberger: Politik bedeutet für mich, ein Stück weit gestalten können. Für mich als Bürgermeisterin heißt das auch überparteilich zu sein, bei Bürgerwünschen und Sorgen für alle da zu sein. Aber auch keine leeren Versprechungen zu machen und einen klaren Weg haben und diesen einhalten, auch wenn es nicht immer angenehm ist.

Tips: Was führte Sie in die Politik? Warum haben Sie sich entschieden, politisch aktiv zu werden?

Durstberger: Ich habe mich immer schon in der Gemeinde engagiert und wollte etwas in der Gemeinde bewegen. Für mich war auch das Thema „Frau in der Politik“ ein großes Thema. Ich bin praktisch schon ein Urgestein was die Politik anbelangt. Seit 1991 war ich im Gemeinderat, dann habe ich in den Vorstand gewechselt. Nach vier Jahren als Vizebürgermeisterin hat mich mein Vorgänger gefragt, ob ich das Amt übernehmen will. Ich habe mich lange mit meiner Familie zu dem Thema auseinandergesetzt, dann habe ich mich dafür entschieden und bin Bürgermeisterin geworden. Für mich steht die Kommunalpolitik im Vordergrund, ich steigere mich nicht in die Bundespolitik rein.

Tips: Wie ist es für Ihre Familie, ihre Töchter, wenn die Mama Bürgermeisterin ist?

Durstberger: Gar nicht immer so einfach. Meine Töchter kennen mich nur als Frau in der Politik und ich habe sie auch immer mitgehabt. Sie haben es nie negativ gesehen. Erst als sie größer wurden, haben sie teilweise mitgelitten. Wenn es etwas Negatives gab, dann wurden die Kinder auch angesprochen und Kinder schmerzt es natürlich, wenn etwas Negatives über ihre Mama gesprochen wird. Mein Mann hat es auch nicht immer leicht, er unterstützt mich und argumentiert auch draußen für mich. Er kämpft um das Wohlbefinden seiner Frau und Familie.

Tips: Gab es für Sie besondere Wegbegleiter?

Durstberger: Ja, ein enger Kreis der ÖVP, auch mit dem Amtsleiter gibt es ein gutes Miteinander. Mein Partner und auch das Netzwerk der (Vize-)Bürgermeisterinnen ist für mich wichtig.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden