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VÖCKLABRUCK. Mitte November fand in der Landesmusikschule Vöcklabruck das Konzert in Memoriam Ernst Quirtmair statt. Karin Eidenberger, Elisabeth Hirsch und Norbert Prammer erinnerten in bewegenden Worten an den vor einem Jahr verstorbenen Freund, Musiklehrer, Dirigenten und Direktor der Landesmusikschule Ernst Quirtmair.

Christoph Lenz
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Zu Beginn leitete Christoph Lenz die Streicher des Vöcklabrucker Schüler Sinfonie Orchesters - VSSO - zu einer hervorragenden Interpretation der drei Tänze aus Siebenbürgen (Dudelsackpfeifer, Bärentanz, Finale) von Bela Bartok. Das VSSO zeigte wieder den hohen Grad des Ausbildungsniveaus - Melodik und Rhythmik in jugendlicher Frische.

Marlene Beyer (Blockflöte), begleitet von Bernd Geißelbrecht am Cembalo, spielte das Allegretto aus der G-Dur-Sonate für Flöte und B.C. von J. Hook - ein Lieblingsstück von Ernst Quirtmair. Beyer bewies mit ihrem zierlichen, graziösen und sicheren Spiel Begabung und Können.

Das Vöcklabrucker Bläseroktett - mit Renate Nobis und Elisabeth Hirsch (Oboen), Katharina Ramsauer und Günter Ziegl (Klarinetten), Theresia Gangl und Manfred Six (Hörner), Johanna Schamberger und Martina Scheicher (Fagotte), Martina Eitzinger (Kontrobass) - brillierte mit der Partita in Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel: mitreißender Schwung, reizvolle Kontraste und feinste Abstimmung.

Dann kamen die Streicher des Orchesters der Stadt Vöcklabruck auf die Bühne - nur einer fehlte: der Dirigent! „Wir spielen ohne sichtbaren Dirigenten - Ernst Quirtmair führt uns von oben durch die Werke“, schrieb Norbert Prammer am Probenplan. Die Interpretation der Sätze 3 bis 6 (Andante, Presto, Adagio, Andante) der Suite für Streichorchester von Leos Janacek (entstanden 1877) brachte die Spannungsfülle und Ursprünglichkeit der Aussage - stammend aus Liedern und Tänzen des mährischen Volkes - exzellent zum Ausdruck. Die Krönung des Abends war die Aufführung des 2. Satzes des Klarinettenkonzerts in A-Dur KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart mit Gerald Pachinger, dem Soloklarinettisten der Wiener Symphoniker (und früheren Schüler Quirtmairs). Gerald Pachinger verfügt über einen herrlichen geschmeidigen Ton mit runder Höhe und ebensolcher Tiefe, gleich, ob im Forte oder im feinsten Pianissimo. Er spielte den Solopart dieser erlesenen Kostbarkeit - ein ausdrucksvolles, melodisches Adagio - wie eine große Arie, die unter einem weiten Spannungsbogen verschiedene - auch gegensätzliche - musikalische Gedanken verschmelzen ließ, mit unnachahmlicher Intensität.

(von Fred Androsch)


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