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VÖCKLABRUCK. Die Buslinie 563 zwischen Schwanenstadt-Vöcklabruck-Seewalchen-St. Georgen/A., auch „Nachtschwärmer“ genannt, sorgt an Wochenenden für eine sichere und günstige Fortbewegung im Nachtleben entlang dieses dicht besiedelten Korridors. Aufgrund zahlreicher Vorfälle mit vorwiegend betrunkenen Jugendlichen müssen die Fahrten seit Dezember von Sicherheitspersonal begleitet werden.  

Der Nachtschwärmerbus muss seit einigen Wochen wegen aufgetretener Randale von Sicherheitsleuten begleitet werden. Foto: OÖVV

Da die hohen Kosten dafür auf Dauer nicht tragbar sind, muss der OÖ Verkehrsverbund (OÖVV) nun andere Maßnahmen ergreifen. Seit über 13 Jahren gibt es im Bezirk Vöcklabruck eine Nachtbuslinie, um vor allem jugendlichen Fahrgästen eine sichere und günstige Möglichkeit zu bieten, an Wochenenden Lokale und Diskotheken in der Region sicher und günstig zu erreichen. Der „Nachtschwärmer“ ist immer freitags und samstags und in den Nächten vor Feiertagen in der Zeit von 20 Uhr bis 4 Uhr zwischen Schwanenstadt und St. Georgen/A. unterwegs. Insgesamt haben 2018 rund 25.000 vorwiegend jugendliche Fahrgäste dieses Angebot genutzt.

Nicht kostendeckend

Zwei Drittel der Fahrgäste besitzen ein OÖVV Jugendticket Netz. Mit diesem Ticket können Jugendliche über die Freifahrt zur Schule oder Lehre hinaus den „Nachtschwärmer“ aber auch alle anderen Verbindungen im gesamten OÖVV Verkehrsnetz ohne zusätzlich Kosten nutzen. Die Fahrgeldeinnahmen auf der Linie 563 sind daher mit insgesamt nur knapp 15.000 Euro jährlich sehr gering. Der Betrieb der Linie kostet jährlich allerdings 126.000 Euro.

Jugend mit Kontrollverlust

Leider hat sich das Verhalten der Jugendlichen im Jahr 2018 derart verschlechtert, dass es zu zahlreichen Fahrtunterbrechungen und sogar kompletten Fahrtabbrüchen gekommen ist. Das mit der Durchführung des Fahrbetriebs beauftragte Verkehrsunternehmen die „ÖBB-Postbus GmbH“ ist mit Beschädigungen und hohen Reinigungskosten der oft stark verschmutzten Busse konfrontiert. Die Busfahrerinnen und Busfahrer waren den oft alkoholisierten, aggressiven und randalierenden Jugendlichen nicht mehr gewachsen und mussten bereits mehrmals die Polizei anfordern.

Sicherheitspersonal kostet

Um die Sicherheit aller Fahrgäste aber auch der Busfahrer zu gewährleisten, muss der OÖVV nun bereits seit vielen Wochen Sicherheitspersonal in den Bussen einsetzen. Die Kosten dafür liegen bei 6.500 Euro pro Monat. Da weder das Land Oberösterreich noch die betreffenden Gemeinden bereit sind, diese Kosten auf Dauer zu übernehmen, muss der OÖ Verkehrsverbund nun andere Maßnahmen ergreifen.Land und Gemeinden wollen nicht noch mehr zahlen“Weder das Land OÖ noch die betreffenden Gemeinden sind verständlicherweise bereit, öffentliches Steuergeld für das Fehlverhalten von überwiegend betrunkenen Jugendlichen aufzuwenden. Wir haben uns mit Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner und den Bürgermeistern der Gemeinden abgestimmt und vereinbart, dass notwendigenfalls die Jugendlichen in Zukunft selbst für die anfallenden Sicherheitskosten aufkommen müssen“, informiert Herbert Kubasta, Geschäftsführer der OÖVV Gesellschaft über die abgestimmte Vorgehensweise.

Unter „Beobachtung“

Der OÖVV wird demnach Ende Februar den Sicherheitsdienst einstellen und beobachten, ob sich die Situation wieder normalisiert. In dieser Zeit wird der „Nachtschwärmer“ zwar unbegleitet von Sicherheitspersonal unterwegs sein, das Verhalten der Jugendlichen wird aber weiter genau beobachtet. Mitarbeiter des OÖVV und Vertreter von Jugendorganisationen aus den Gemeinden werden die Fahrten stichprobenartig begleiten und entsprechend über die Situation berichten. Sollte es zu keinen Vorfällen mehr kommen, wird die Linie 563 auch ab April ohne Begleitung durch Sicherheitspersonal unterwegs sein.

Fahrpreis für alle droht, auch für Inhaber Jugendticket Netz

Sollten sich die Probleme jedoch erneut einstellen, wird auch wieder Sicherheitspersonal eingesetzt. Der OÖ Verkehrsverbund wird dann allerdings die Kosten dafür nicht mehr selbst tragen, sondern den Fahrgästen über einen Fahrpreis verrechnen. Der Fahrpreis wird voraussichtlich drei Euro pro Fahrt betragen.“Wenn aufgrund des Verhaltens von betrunkenen jungen Fahrgästen höhere Kosten für den Fahrbetrieb dieser öffentlichen Verkehrsverbindung notwendig sind, dann müssen in Zukunft die Jugendlichen selbst durch einen entsprechenden Fahrpreis dafür aufkommen,“ so Infrastruktur Landesrat Günther Steinkellner, dem die Sicherheit der Fahrgäste sehr wichtig ist.

Appell an die Vernunft

Landesrat Günther Steinkellner und die Bürgermeister der Gemeinden appellieren jedoch an die Jugendlichen im Bezirk, dass sie es nun selbst in der Hand haben, ob bei der Benützung des „Nachtschwärmers“ in Zukunft Kosten für sie anfallen oder nicht. Die Jugendorganisationen der Gemeinden werden die Jugendlichen auch in Jugendclubs, Vereinen und in den Schulen über die Vorgehensweise und die drohenden Konsequenzen informieren.


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