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BEZIRK VÖCKLABRUCK. Seit 1. Mai ist Johannes Beer neuer Bezirkshauptmann und somit der oberste Beamte im Bezirk Vöcklabruck. Tips bat ihn zum Interview.

Johannes Beer Foto: Fettinger
Johannes Beer Foto: Fettinger

Tips:Sie sind seit 1. Mai neuer Bezirkshauptmann in Vöcklabruck. Sicher war ihr Amtsantritt nicht so, wie Sie es erwartet haben?

Johannes Beer: Vielleicht genau deshalb gut so. Mangels externer Veranstaltungen bietet sich hier die Möglichkeit, sich gut einzuarbeiten und viele Gespräche zu führen. Wir konnten so viele interne Prozesse und Schnittstellen evaluieren sowie Projektideen entwickeln und vorantreiben.

Effiziente Stabsarbeit

Tips:Derzeit bestimmt Covid-19 unseren Alltag. Seit drei Wochen gibt es keine Infizierten mehr im Bezirk. Wie wurde das möglich?

Beer: Wir konnten einerseits rasch eine sehr effektive und effiziente Stabsarbeit entwickeln. Zu den besten Zeiten hatten wir bis zu 20 Mitarbeiter im Einsatz, die sich von früh bis spät um das Contact-tracing, das Quarantänemanagement, Abstrichmanagement, die Kommunikation mit dem Krankenhauslabor, die Lagedarstellung und Kommunikation gekümmert hatten. Tägliche behördeninterne Lagebesprechungen und zweimal wöchentliche Nahtstellengespräche mit dem Bezirksärztesprecher, Salzkammergutklinikum, Bezirkspolizeikommando, Amtsärzten, Rotem Kreuz und Bezirkssprecher der Alten- und Pflegeheime ermöglichten uns ein rasches und umfassendes Lernen und gegenseitiges Informieren. Sehr hilfreich war auch die Mitarbeit der Krisenintervention des Roten Kreuzes, die unser Call-Center ergänzt und den in Quarantäne befindlichen Menschen psychosoziale Unterstützung angeboten haben.

Tips:Vöcklabruck war auch ein Vorzeigbezirk mit der Drive-in-Teststation.

Beer: Diese Idee haben wir gemeinsam mit dem Roten Kreuz sehr rasch von Vorarlberg übernehmen und umsetzen können; hier haben wir hervorragend zusammengespielt. Das Rote Kreuz und die BH Vöcklabruck arbeiten zur Zeit an einem „längerfristigen“ SARS-CoV-2-Abstrich-Drive. Da zeichnet sich eine gute Lösung ab. Derzeit testet das Rote Kreuz bis zu 30 Personen täglich.

Dienstbetrieb wieder stufenweise aufgenommen

Tips: Wie ist die Bezirkshauptmannschaft selbst mit der Krise umgegangen?

Beer: Wir konnten bis zu 35 Telearbeitsplätze technisch ermöglichen. Der Parteienverkehr wurde oberösterreichweit vom Präsidium des Landes OÖ – bis auf die unmittelbare Gefahrenabwehr und lebensnotwendige Behördenaufgaben wie Sicherheitsverwaltung, Sozialhilfe Unterhaltsvorschussverfahren, etc. – eingestellt. Die übrigen Mitarbeiter haben Urlaub abgebaut oder wurden dienstfrei gestellt, sofern sie nicht im Stab zum Dienst eingeteilt waren. Sobald es die Lage zuließ, haben wir uns wieder auf den Abbau der aufgebauten Überstunden verlegt, um ab Anfang Mai wieder den Dienstbetrieb stufenweise aufzunehmen.

Mutig weiter

Tips:Unser Bezirk ist geprägt von Wirtschaft und Tourismus. Zwei Bereiche, die nun in die Knie gezwungen wurden. Wie sehen Sie eine Weg aus der Krise? Und wie kann die BH dabei behilflich sein?

Beer: Die stufenweise Lockerung der Maßnahmen kann weiter mutig betrieben werden. Wir alle können mit der einfachsten Maßnahmen Abstand halten, in Räumen Maske tragen und Hände waschen minimieren, Überträger zu werden. Da gibt es berechtigte Hoffnung, dass bei Öffnung der für uns so wichtigen Zugänge zu den Exportmärkten und Industriezweigen bald wieder die wirtschaftliche Grundlage gegeben ist, die wir brauchen, um würdig zu leben und die Staatsschulden begrenzen zu können. Wir als BH können durch rasches und konsequentes Contact-tracing und Containment-Management sowie möglichst rasche Verfahren und angemessene Beratung und Information beitragen.

Tips:Gibt es bereits einen Nachfolger ihrer Position als Leiter der Abteilung Sicherheit?

Beer: Corona-bedingt hat sich die Ausschreibung verzögert. Hier läuft Ende Mai die Frist aus und wird nach Durchführung eines Auswahlverfahrens im Juni eine Entscheidung zu treffen sein. Bis dahin ist der Sicherheitsabteilung ein Jurist dienstzugeteilt, der die Mitarbeiter/innen bei juristischen und organisatorischen Fragen unterstützt


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