Sozialkontakte: „Mehr Qualität statt Quantität“
BEZIRK VÖCKLABRUCK. 68 Corona-Infizierte gibt es (Stand 21. September, 12 Uhr) derzeit im Bezirk. In den vergangenen Wochen nahm die Zahl der Erkrankten wieder deutlich zu.

„Eine Fallhäufung gab es beispielsweise im Zuge einer Sommerschule in Frankenmarkt“, so Bezirkshauptmann Johannes Beer. Von einem Cluster könne aber keine Rede sein, denn dann spreche man von einigen hunderte oder tausend Infizierten, erklärt er. Diese Fallhäufung sei alleine für etwa 30 Infizierte verantwortlich. „Die Situation ist aber weitestgehend eingedämmt worden“, beruhigt Beer.
Bürgermeister bekommen aktuelle Fallzahlen
Der Rest der Infizierten betreffe meist Reiserückkehrer bzw. reiserückkehrende Familien, wo gleich mehrere Erkrankte seien. „Das heißt auch Nacherkrankungen während der Quarantäne“, so Beer.
Die aktuelle Coronavirus-Situation sei für ihn – auch in Bezug auf die Bevölkerungszahl hin – nicht beunruhigend bzw. „aus behördlicher Sicht mittlerweile schon Routine“. Innerhalb von 24 Stunden liegen bereits Ergebnisse vor, wenn Verdachtsfälle abgeklärt werden, auch hier liege man gut in der Zeit.
Mit der erwähnten Fallhäufung in Frankenmarkt gibt es derzeit Fälle im Vöcklatal-Bereich, von Vöcklamarkt bis Vöcklabruck, sowie einzelne Erkrankungen, verstreut über den ganzen Bezirk. Die jeweiligen Bürgermeister werden über die aktuellen Fallzahlen in ihrer Gemeinde informiert.
Oberste Priorität: Neuen Lockdown verhindern
Mit dem Schulbeginn war davon ausgegangen worden, dass die Zahl der Erkrankten für einige Wochen massiv steigen, es dann aber wieder ruhiger wird. „Es wird jetzt dauernd ein auf und ab geben“, glaubt Beer. Viel hänge dabei von den Veranstaltungen und dem Verhalten einzelner ab.“Es wäre also sicher vernünftiger, bei den Sozialkontakten wieder mehr auf Qualität und weniger auf Quantität zu setzen“, rät Beer. Und auch in den Schulen – hier ist man in engem Austausch mit den Bildungseinrichtungen – müssen die Präventionsmaßnahmen konsequent umgesetzt werden. Für die Herbst-/Wintersaison erwartet sich der Bezirkshauptmann folglich: „Ein auf und ab und viel Arbeit!“
Keine Änderung auf absehbare Zeit
Zum Thema Adventmärkte gibt das Bezirksoberhaupt einen Ausblick: „Es ist so, dass sie rechtlich nur in sehr kleinem und eingeschränktem Rahmen möglich sein werden. Auf eine Durchführung wie in den vergangenen Jahren wird man – hoffentlich nur einmal in diesem Winter – verzichten müssen.“ Es sei einfach notwendig, sich noch ein paar Monate in Geduld zu üben. An den derzeitigen Vorgaben werde sich auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Mit einem neuerlichen Lockdown sei, so Beer, jedenfalls nicht zu rechnen: „Im Gegenteil, seitens Politik und Behörden werde alles getan, um einen solchen zu verhindern. Das ist ganz klar die oberste Priorität.“
Hochausgelastet sei auch die Drive-in-Teststation mit mindestens 60 Testungen täglich. Bei den Tests wurden in jener Zeit, in der es auf dem Markt wieder mehr Liefermöglichkeiten zu normalen Preisen gab, sogar Reserven aufgebaut. Beer ist überzeugt: „Bei uns sind die Testkapazitäten vorerst ausreichend, auch wenn wir mehr Aktivität haben.“ Sein Appell bleibe aber: „Die eigene Verantwortung sehen, aber auch die Möglichkeiten, die sozialen Kontakte neu mit mehr Qualität zu leben. Weniger ist einfach mehr!“


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