Frühe Diagnose rettet Leben: Informationstag zum Aortenaneurysma
VÖCKLABRUCK. Rund ein Viertel der Österreicher leidet an einer Erkrankung des arteriellen oder venösen Blutgefäßsystems. Geschätzte 70.000 davon sind von einem Bauchaortenaneurysma betroffen, das unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen kann. Viele Menschen wissen allerdings gar nicht, dass sie diese Erkrankung in ihrem Körper mittragen. Am Mittwoch, 14. Oktober, bietet das Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck in der Zeit zwischen 9 und 10 Uhr eine kostenlose Informationsveranstaltung an (Beginn jeweils zur vollen Stunde).

Unter Bauchaortenaneurysma verstehen die Mediziner eine krankhafte Erweiterung der größten Arterie in unserem Körper, die bei einem Riss meist sehr rasch zu einer tödlichen inneren Blutung führt. Die Bauchaorta, oder auch Bauchschlagader genannt, hat beim Gesunden einen Durchmesser von ca. zwei Zentimetern. Bei einem Aneurysma kommt es zu einer Aussackung und Verdünnung der Gefäßwand. Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern besteht die Gefahr, dass die Arterie aufreißt. Die Gefahr des Verblutens ist extrem hoch, weil innerhalb kurzer Zeit Blut in großen Mengen in den Bauchraum gelangt. Nur einer von fünf Patienten überlebt diesen dramatischen Notfall.
„Das Risiko an einem Bauchaortenaneurysma zu erkranken steigt mit dem 60. Lebensjahr stark an. Die gefährliche Erweiterung der Schlagader wird sehr oft nur durch Zufall im Rahmen anderer Untersuchungen entdeckt, weil sie meist keine Schmerzen oder sonstigen Beschwerden verursacht“, erklärt Oberarzt Christoph Kaindl, Gefäßchirurg am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.
Die Ursachen für ein Aneurysma sind meist unklar. Neben dem zunehmenden Alter gelten aber die familiäre Vorbelastung, der arterielle Bluthochdruck und das Vorliegen einer Herzerkrankung als Risikofaktoren. Das Rauchen gehört ebenfalls eindeutig zu den Faktoren, die zu einer krankhaften Veränderung der Aorta führen. Männer sind, aus bis heute nicht geklärter Ursache, fünfmal häufiger betroffen als Frauen.
Die Untersuchung der Bauchschlagader kann sehr einfach und schmerzfrei durchgeführt werden: „Wir raten Männern ab dem 65. Lebensjahr zu einer einmaligen Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta. Bei einer positiven Familienanamnese sollten sowohl Männer als auch Frauen ab dem 50. Lebensjahr eine einmalige Untersuchung durchführen lassen“, empfiehlt Kaindl.
Sollte die Untersuchung eine Vergrößerung des Durchmessers zeigen, werden Kontrolluntersuchungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten empfohlen. Ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern ist eine operative Therapie angezeigt. Dabei kann entweder im Rahmen einer offenen Operation ein Kunststoffrohr als Ersatz der Bauchschlagader eingenäht werden, oder es wird mittels Katheter eine sogenannte Stentprothese von innen über der Schwachstelle im Gefäß positioniert. Beide operative Methoden gehören zu den standardisierten Eingriffen in der Gefäßchirurgie.
Am 14. Oktober bietet das gefäßchirurgische Team im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck Informationen insbesondere über diese Erkrankungen des Gefäßsystems an und stehen für die Beantwortung aller Fragen gerne zur Verfügung.








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