Bürgermeisterinnen tauschten sich aus und sehen Hürden, die mit diesem Amt verbunden sind
BEZIRK. Nur 7,7 Prozent von Österreichs Gemeindeoberhäuptern sind Frauen. Um Lösungen zu finden, diesen Anteil zu erhöhen, haben sich Bürgermeisterinnen aus dem deutschsprachigen Raum in St. Ulrich am Pillersee (Tirol) getroffen. Das Bürgermeisteramt bringt auch Hürden mit sich, wie Recherchen von Tips ergaben.

Etwa 75 Bürgermeisterinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Südtirol und Luxemburg sprachen über die Strategien in den einzelnen Ländern. Aus dem Bezirk Vöcklabruck beteiligten sich Ulrike Hille aus Desselbrunn, Barbara Schwarz aus Wolfsegg am Hausruck und Pauline Sterrer, Bürgermeisterin von Rüstorf. Im Zentrum des Treffens stand der Austausch, der Blick über den Tellerrand und die Stärkung der amtierenden Bürgermeisterinnen. Daher wurden auch Workshops und Ausflüge geboten. Tirols Landeshauptmann Günther Platter betonte die Wichtigkeit, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Beruf erleichtern. Dabei verwies er auf die Novelle der Tiroler Gemeindeordnung, seit der man sich durch Ersatzmitglieder nicht nur bei Gemeinderatssitzungen, sondern auch in Ausschüssen vertreten lassen kann: „Durch ein höheres Maß an Flexibilität wird besonders den Gemeinderätinnen ihre wertvolle Arbeit erleichtert.“
Bürgermeisterin Schwarz zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Viele junge Frauen engagieren sich, fallen aber weg, wenn sie eine Familie gründen.“ Zudem sei es wichtig, die Damen zu ermuntern, da Frauen öfter als Männer warten würden, bis sie gefragt werden. Bürgermeisterin Sterrer sieht auch die Notwendigkeit, Frauen schon auf Gemeinderatsebene zu ermutigen und zu unterstützen. Die Rituale, die eine Bürgermeisterin zu erledigen hat, seien noch familienfeindlich, doch es sei ein Beruf, in dem man viel erreichen und gestalten könne.


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