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ST. GEORGEN. Die stetig steigenden Belegszahlen (Dublin-Fälle) im Erstaufnahmezentrum Thalheim bereiten der Gemeindevertretung Kopfzerbrechen.

V.l.: Gemeindevorstand Franz Schneeweiß (FP), Bürgermeister Ferdinand Aigner (VP) und Fraktionsobmann Wolfgang Eder (SP) (Foto: Ebner)

„Wir wollen keine Asyldebatte und sind nicht ausländerfeindlich“, stellt Bürgermeister Ferdinand Aigner (VP) klar. Dennoch sei die Sicherheit der St. Georgener Bevölkerung das Wichtigste für die Gemeindevertretung.

„Potenzial von Unruhe“

Während sie im vergangenen Jahr (auch Corona-bedingt) immer bei 50 bis 70 Personen lag, ging die Belegszahl der vergangenen Wochen Richtung 200er Marke. 2015 war Thalham eine Erstaufnahmestelle, damals noch mit integrierter Polizeiinspektion. Heute werden in Thalham vor allem Dublin-Fälle behandelt, so Aigner. Hier stecke der Wurm drin: Bei Dublin-Fällen handle es sich meist um Männer, nicht um Familien. „Das Potenzial von Unruhe ist größer, noch dazu, wenn sie wenig Chance auf Asyl in unserem Land haben.“  Einwohner hätten von Fällen berichtet, in denen Asylwerber über den Zaun in den Garten eingedrungen seien, deshalb müsse reagiert werden. „Wir brauchen kleinere Strukturen, und noch ein bis zwei weitere zusätzliche Betreuungsstellen in Österreich, die für Dublin-Fälle zuständig sind“, fordert Aigner. Der Ortschef verweist auch auf die vielen Asylwerber, die täglich von St. Georgen aus untertauchen. In der Vorwoche sind etwa an einem einzigen Tag 21 Personen verschwunden, die Corona infiziert bzw. K1-Personen waren.

Konkrete Forderungen

Vom einem permanenten Unwohlsein im Ort berichtet Gemeindevorstand Franz Schneeweiß (FP), sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Geschäftstreibenden. Er fordert unter anderem eine dauerhafte Reduktion der Belegszahlen auf maximal 100 Personen sowie die Erhöhung der Polizeipräsenz im Ort auf 18 Personen.

Wolfgang Eder (SP) sieht eine Anzahl von 80 bis 100 Personen in Thalham für bewältigbar. Sichergestellt werden sollte, dass Personen nicht untertauchen können. Auch die SP-Fraktion wünsche sich die Einrichtung weiterer Zentren für Dublin-Fälle in Österreich. Die Verantwortlichen seien gefragt, wie man die bevorstehende Flüchtlingswelle bewältigen kann.