Kurt Lanzerstorfer: „Ich hätte in den Krieg nach Vietnam müssen“

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Andreas Hamedinger Andreas Hamedinger, Tips Redaktion, 17.09.2019 08:43 Uhr

WALDING. Nach einer Gastronomielehre in Linz und einigen Stationen in den besten Häusern Europas und der Karibik zog es den in Walding aufgewachsenen Kurt Lanzerstorfer in die USA. Und zuerst schien es, dass sich dort die Wünsche des jungen Auswanderers auch erfüllen würden. Das US-Militär durchkreuzte jedoch die Pläne des Oberösterreichers. 

Nach einer Zwischenstation in einem der damals besten Restaurants von New York landete Lanzerstorfer im Waldorf Astoria, der wohl bekanntesten Hoteladresse der Millionenmetropole. „Es lief alles perfekt, bis plötzlich eine Aufforderung zur Musterung folgte. Ich war damals noch Österreicher – dementsprechend überrascht war ich davon“, erinnert sich Lanzerstorfer. Schließlich musste der Waldinger auch seinen Dienst bei den US-Streitkräften antreten, es folgten Grundausbildung und die Stationierung in einer Kaserne. Und eines Tages der Schock für Lanzerstorfer und seine Frau: 2Ich hätte in den Krieg nach Vietnam müssen. Eigentlich dachte ich mir, dass ich vielleicht – wegen meiner Sprachkenntnisse – in Deutschland stationiert werde.„ Nach dem Schock versuchte man bei verschiedensten Stellen zu intervenieren – doch ohne Erfolg. Schließlich erhielt Lanzerstorfer ein Telegramm aus Österreich. Seine in Linz lebende Mutter war verstorben – er solle in die Heimat fliegen, um alle notwendigen Angelegenheiten zu regeln. Mein Vorgesetzter dachte zunächst an einen Trick von mir.

Top-Positionen in der Hotellerie

Schließlich durfte Lanzerstorfer doch nach Oberösterreich reisen. Nach wenigen Tagen dann die nächste ungewöhnliche Wendung: “Ich musste auch hier zur Stellung, doch nach meiner Geschichte verzichtete man in Österreich auf meine Dienste beim Bundesheer.„ In die Vereinigten Staaten wollte Lanzerstorfer – aus wohl verständlichen Gründen – nicht mehr einreisen. Daher entschieden sich er und seine Gattin in Kanada und Asien Karriere zu machen. Es folgten Top-Positionen in der Hotellerie, die Lanzerstorfer unter anderem nach Toronto, Hongkong, Singapur und Malaysia führten. “Ich hatte viel Glück und bereue meinen Schritt in die Gastronomie keine Minute. Schließlich hab ich viel von der Welt gesehen und auch nicht schlecht verdient.„ Die Geschichte mit Vietnam verfolgte ihn jedoch noch länger: “Wir waren einmal mit dem Flieger von Kanada in die Karibik unterwegs. Aus technischen Gründen mussten wir in den USA landen. Gott sei Dank wurde ich am Flughafen nicht kontrolliert, sonst wäre ich in einem amerikanischen Militärgefängnis gelandet.„

Wegen Klassentreffen in Österreich

Dem 39. Präsident der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter, ist zu verdanken, dass Lanzerstorfer heute auch in die USA einreisen darf. “Jimmy Carter erließ eine Generalamnestie, so hab ich in den USA nichts mehr zu befürchten„, erzählt der 75-Jährige, der heute die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt und wegen eines Klassentreffens zum ersten Mal seit 40 Jahren in Österreich ist. Lanzerstorfer: “Ich und meine Frau werden nach Hallstatt fahren und auch sonst einige schöne Tage in Oberösterreich verbringen„, erklärt Lanzerstorfer.

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