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WELS. Das Theater Vogelweide hat sich unter der Regie von Franz Strasser heuer „Jeremias“ vorgenommen. Die Tragödie, die Stefan Zweig  kurz nach seiner Militärerfahrung während des 1. Weltkriegs als Dienstleistender im Kriegsarchiv schrieb, hat eine Begebenheit aus der antiken jüdischen Geschichte zum Inhalt: Am Beispiel der Belagerung Jerusalems durch die Babylonier und der Zerstörung  von Jerusalem im Jahr 586 vor Christus zeigt er die Mechanismen des Krieges.

Franz Strasser führt Regie bei der Stefan Zweig-Tragödie.Foto: Theater Vogelweide
  1 / 2   Franz Strasser führt Regie bei der Stefan Zweig-Tragödie.Foto: Theater Vogelweide

Nach wechselvoller Geschichte und einer politischen Glanzzeit des Königreiches Israel unter den Königen Saul, David und Salomo kam es  zur Teilung des Reiches in Israel und Juda. Juda mit Jerusalem war in die großen handelspolitischen Interessen Vorderasiens verstrickt und dem König Nebukadnezar tributpflichtig. Nationale Kräfte wollten sich vom Tribut befreien und als Kinder Gottes nicht Götzendienern gehorchen. So forderten Nationalisten und aufgehetztes Volk vom König Zedekia den Krieg gegen den mächtigeren Nebukadnezar.

Vergebliche Warnungen

Jeremias sieht in furchtbaren Visionen die Zerstörung Jerusalems und das Ende seines Volkes voraus. Von Gott beauftragt, versucht er, König, Priester und Volk zu warnen. Doch vergeblich. Falsch beraten und in Hochmut gegenüber Jeremias beschließt der König den von vornherein aussichtslosen Krieg und reißt damit das Volk ins Verderben. Er kommt in Gefangenschaft. Aber in der Niederlage erkennt es seine Schuld und findet Kraft zum Ertragen der Leiden.

Aktueller denn je

1927 als „Appell an die Seele Europas“ empfunden, sieht das Theater Vogelweide die Aktualität der Tragödie und lädt am Samstag, 10. November zur Premiere. 

Premiere:

10. November, 20 Uhr

Vorstellungen: 

16., 17., 23., 24., 25. und 30. November, jeweils 20 Uhr

18. November, 15.30 Uhr 

Karten:

Tel. 0676/9068803

reservierung@theater-vogelweide.at


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