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Sternekoch Juan Amador stellt im Museum Angerlehner in Thalheim aus

Mag. Ingrid Oberndorfer, 14.04.2026 15:31

THALHEIM. Drei Sterne und fünf Hauben zeigen eindrücklich, dass Juan Amador ein begnadeter Koch ist. Dass der Küchenchef aus Wien aber auch mit Pinsel und Farbe Kunstwerke schafft, zeigt aktuell eine Ausstellung im Museum Angerlehner. Im Dialog mit Glaskünstler Robert Comploj widmet er sich dem Thema Wahrnehmung. 

  1 / 7   Hausherr Heinz J. Angerlehner durfte in seinem Museum Kunstsammler Werner Trenker, Maler Juan Amador, Glaskünstler Robert Comploj und den früheren Albertina-Direktor Albrecht Schröder begrüßen. (Foto: Vitus Pasch)

Bis 14. Juni präsentieren die Sammlung Werner Trenker und das Museum Angerlehner  mit „Amador & Comploj“ eine Ausstellung, in der sich die Malerei von Juan Amador und die Glasplastik von Robert Comploj begegnen. Kuratiert vom früheren Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, entfaltet die Ausstellung eine dichte Gegenüberstellung zweier Ansätze, die auf unterschiedliche Weise das Unsichtbare sichtbar machen: Farbe wird bei Amador zu immateriellem Raum, Glas bei Comploj zu erstarrter Bewegung.

Licht, Zeit und Materie als gemeinsame Dimension

Trotz der medialen Unterschiede verbindet beide Künstler ein zentrales Anliegen: dieTransformation von Wahrnehmung. Amadors Farbräume erzeugen Licht ohne äußere Quelle – ein Leuchten, das aus der Farbe selbst entsteht.

Comploj hingegen macht Zeit sichtbar, indem er Bewegung in Glas einfriert. Beide  Positionen kreisen um elementare Gegensätze: Licht und Dunkelheit, Bewegung und Stillstand, Flüchtigkeit und Dauer.

Vom Herd an die Staffelei

Der Vorreiter der Molekularküche Juan Amador hat sich in den letzten Jahren der Malerei zugewandt. Der Autodidakt beeindruckt dabei mit einem hervorstechenden Gefühl für Farbe und lässt seine Werke aus Schichtungen flüssiger Farbe, die er mit Rakel über die Leinwand zieht, Pigmente verschiebt, überlagert und zu vibrierenden Bildräumen verdichtet, entstehen. Amador will mystische Lichtwelten mit seiner Malerei erzeugen unddabei Tableaus von mehreren Gemälden feinst aufeinander abstimmen.

Liquid Drops

Robert Comploj hingegen arbeitet mit Glas als skulpturalem Medium. Der Künstler nutzt Glas nicht primär wegen seiner Transparenz oder Farbigkeit, sondern wegen seines intrinsischen Paradoxons: Glas ist erstarrte Bewegung.

Comploj stellt in seiner jüngsten Arbeit – den Liquid Drops – den Moment dar, in dem einfarbloser Tropfen auf Wasser aufschlägt und gleichsam zurückfedert. Comploj transformiert den Augenblick in einen Zustand der Dauer – das Material selbst ist „gefrorene Bewegung“.

Matt-schwarzes Glas verschluckt das Licht

Der Flüchtigkeit der Tropfen stehen in der Ausstellung große, schwarze Stelen gegenüber. Die Arbeiten aus der Serie Collapse Columns rücken Comploj abermals in die Nähe einerminimalistischen Skulpturauffassung. Die steinerne Stele ist lange vor dem Pfeiler und derSäule eine Urform der Architektur. Doch als tiefschwarzes Glas verliert die Stele ihre Schwereund erhält eine geheimnisvolle, lichtabsorbierende Qualität. Das matt-schwarze Glasverschluckt das Licht beinahe und reflektiert es nur partiell.

„Ein sinnliches Universum“

Kurator Klaus Albrecht Schröder sagt zur Ausstellung: „In der Gegenüberstellung von Amadors vibrierenden Farbräumen und Complojs verdichteten Glasformen entsteht ein Dialog, der Licht, Bewegung und Materialität neu erfahrbar macht. Beide Künstler eröffnen jeweils auf ihre Weise ein sinnliches Universum, in dem das Unsichtbare nicht nur sichtbar, sondern unmittelbar erlebbar wird.“

Langjährige Freundschaft

Kunstsammler Werner Trenker ist glücklich, Amador und Comploj in Thalheim präsentieren zu können: „Kunst eröffnet Räume, die über das Sichtbare hinausgehen. Mit Amador und Comploj zeigen wir zwei Künstler, die auf sehr unterschiedliche Weise genau das tun: Sie schaffen Werke, die nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden,“ so der Trenker. „Ich freue mich sehr, dass aus meiner langen Freundschaft mit den Künstlern, Herrn Schröder und Herrn Angerlehner nun ein gemeinsames Projekt geworden ist.“


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