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WELS. Denkmalschutz, Ar­chäologie, der Umgang mit Kulturgütern und vieles mehr standen beim Vortrag von Rai­mund Karl im Freiraum Wels am Programm. Mit einigen Punkten ließ der Archäologe aufhorchen.

Raimund Karl und Albert Neugebauer im Freiraum Wels
Raimund Karl und Albert Neugebauer im Freiraum Wels

Karl ist österreichischer Ar­chäologe und derzeit Professor of Archaeology and Heritage an der Prifysgol Bangor University in Wales, Großbritannien. „Die Archäologen wären viel besser angesiedelt in der Planungs- und nicht in den Kulturabteilungen der Kommunen. Das würde vor Baubeginn viel sparen. Weil die Bauarbeiten nicht unterbrochen werden müssen. Jetzt ist es so. Wir haben was gefunden und nun muss alles gestoppt werden. Das bietet keine Planbarkeit für Firmen, aber auch nicht für die Denkmalpflege. Weil man vor­hersagen kann, hier ist etwas Wertvolles.“ Wichtig ist für Karl generell, wie mit Kulturgütern umgegangen wird.

 “Die Faro-Konvention gibt schon Wege vor. Bürgerbeteiligung ist ganz wich­tig. Die Menschen sollen auch ermutigt werden mitzumachen. Es braucht die Schaffung von Schutzzonen und eine Erhaltung der Funde an Ort und Stelle. Be­zugnahme ist ganz wichtig. Was es aber auch braucht, ist ein mo­derneres Denkmalschutzgesetz. Das in Österreich stammt im We­sentlichen aus dem Jahr 1923 und wurde in den Jahrzehnten zuvor entwickelt.“ Karl plädiert auf eine systematische Landschafts­aufnahme. „Noch einmal. Es spart Zeit und Geld vorher alles abzuklären. Es braucht eben nun den politischen Willen dazu.“

 Das gilt auch für die Faro-Kon­vention. Das europäische Über­einkommen zum Schutz des ar­chäologischen Erbes (revidiert), auch Valetta-Übereinkommen genannt, stellt eine der wichtigs­ten Grundlagen für die archäolo­gische Denkmalpflege dar. „Jetzt muss diese Konvention eben auch in die Gesetzgebung implemen­tiert werden. Seit 1970 hat sich die verbaute Fläche in Öster­reich verdreifacht. Man muss sich rasch etwas überlegen, wie mit Kulturgütern umgegangen wird“, fordert Karl. Deswegen ist es wichtig, dass sich Bürger auch einbringen. Eben wie bei der Initiative Denkmalschutz Zweigstelle Wels und dem Ver­ein Römerweg, die diesen Vor­trag organisierten.


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