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WELS. Die sozialen Netzwerke gehen über und auch die Schlagzeilen in den Zeitungen überschlagen sich schon selbst. Es geht um einen Rassismus-Vorwurf gegen einen Schulbus-Fahrer, der einen 14-Jährigen Schüler nicht einsteigen ließ.

Die Polizei ermittelt wegen Freiheitsentziehung. Foto: Weihbold
Die Polizei ermittelt wegen Freiheitsentziehung. Foto: Weihbold

Die Mutter des Jungen spricht von Rassismus. Wolfgang Stöttinger, Geschäftsführer Linie Wels, hält dagegen: „Das hat nichts mit Rassismus zu tun, dass der Jugendliche nicht einsteigen durfte. Er hast sich davor nicht korrekt vorhalten. Sein Verhalten war auffällig“. Vor drei Wochen ist er absichtlich vor den Bus gesprungen und habe dabei sich und andere gefährdet. Als er vom Lenker zur Rede gestellt worden sei, habe er gegen die Tür getreten und eine ordnungsgemäße Fahrscheinkontrolle nicht ermöglicht. In den darauffolgenden Tagen sei er zu Fuß gegangen, habe dem Lenker den Stinkefinger gezeigt.

Vergangene Woche wollte er wieder einsteigen, das sei ihm verwehrt worden. Am Freitag in der Früh kam es zur Eskalation. Der ältere Bruder wollte den Busfahrer zur Rede stellen. Als der aus der Haltestelle ausfahren wollte, griff ihm der 22-Jährige in das Lenkrad und zog den Zündschlüssel ab. Dann habe er sich zwischen den Buslenker und die Tür gestellt, um zu verhindern, dass der Fahrer an den Schlüssel gelangt. Deshalb habe er die Polizei gerufen.

Weil sich die Türen nur bei eingeschalteter Zündung öffnen lassen, mussten rund 70 Schulkinder im Bus auf das Eintreffen der Polizei warten. Als der 22-Jährige die Beamten bemerkte, hob er den Schlüssel auf und gab ihn dem Lenker. Um 7.45 Uhr konnten die Jugendlichen den Bus verlassen. Die Polizei nahm den Sachverhalt und die Daten der Beteiligten auf. Laut Landespolizeidirektion wird wegen Freiheitsentziehung gegen den 22-Jährigen ermittelt. Auch mehrere Eltern hätten mit dieser Begründung Anzeige erstattet.

Die Mutter des Jungen bleibt in den sozialen Netzwerken bei Rassismus-Vorwürfen: „Gleichberechtigung egal welche Hautfarbe sollte doch ihre volle Bedeutung haben“, schreibt sie auf ihrem Profil.

Die Linie Wels stellt aber klar, dass Rassismus bei dem Unternehmen keinen Platz hat: „Bei uns arbeiten Busfahrer aus 17 Nationen, einer davon hat schwarze Hautfarbe. Er ist bestens integriert und voll akzeptiert. Er macht seine Arbeit hervorragend“. Es wird ein klärendes Gespräch mit der Familie geben. Man lasse sich die Rassismus-Vorwürfe nicht gefallen.


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