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AICHKIRCHEN. Die Bauarbeiten von Bibern bereiten den Landwirten in der Gemeinde Aichkirchen große Sorgen. Wiesen sind zu sumpfig um bewirtschaftet zu werden, Wege mit Nutzfahrzeugen nicht mehr zu befahren. Der Biber ist in Österreich aber streng geschützt.

Landwirt Manuel Oberndorfer beim aufgestauten Pisdorfer Bach. (Foto: privat)
  1 / 2   Landwirt Manuel Oberndorfer beim aufgestauten Pisdorfer Bach. (Foto: privat)

Der Vollerwerbslandwirt Manuel Oberndorfer ist hauptbetroffen, er hat ob seiner Wiesen nicht nur große Sorgen, sondern auch enorme Ertragseinbußen, wie er Tips erzählt. Am Pisdorfer Bach auf einer Länge von etwa drei bis vier Kilometern breitet sich der Biber enorm aus und arbeitet ganz „fleißig“.

Wiese nicht mehr zu bewirtschaften

Aus dem benachbarten Energiewald holt sich der Biber Baumaterial, baut Dämme, staut den Bach auf, der über die Ufer tritt, und gräbt sich seine Tunnel. Mittlerweile könne Oberndorfer seine rund 2,2 Hektar große, angrenzende Wiese nicht mehr bewirtschaften, wie er erzählt. Die Wiese sei viel zu nass und der Boden außerdem übersäuert, was eine ph-Wert-Messung ergeben hätte.

Wege entlang der Wiesen und Felder sind derart sumpfig, dass sie mit landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr befahrbar seien. „Das Problem gibt es schon länger, ein schweres Ausmaß hat es ab 2018 angenommen“, wie der Bauer erzählt. Der Aichkirchner vermutet, dass es sich gleich um mehrere Biberfamilien handelt.

Der Biber ist in Österreich aber streng geschützt, somit hat man kaum eine Handhabe, um die Lage zu verbessern. Deshalb wünscht sich der Landwirt eine Unterstützung seitens der Politik.

Verbandssammler betroffen

Was noch erschwerend hinzukommt: in dem Bereich befindet sich der Verbandssammler des Reinhaltungsverbandes Raum Lambach. Deshalb macht sich auch Bürgermeister Franz Haider Sorgen. Die Schächte würden untergraben und unterspült, es besteht die Gefahr eines Bruches. Außerdem können die Mitarbeiter für die Kontrollen wegen der sumpfigen Wege kaum mehr zufahren, wie der Ortschef berichtet.

Lösungen suchen

Aus diesen Gründen hat man mit der Bezirkshauptmannschaft Kontakt aufgenommen. Von dieser Seite wurden nach einem Lokalaugenschein im Frühjahr Maßnahmen empfohlen, wie Bezirkshauptfrau Elisabeth Schwetz bestätigt. Futterstellen für Wild sollen überdacht und Räumgut aus dem Bereich entfernt werden.

Das Problem hat sich aber ausgeweitet, wie Haider erklärt. Die Bezirkshauptfrau hat einen weiteren Lokalaugenschein mit einer Sachverständigen zugesichert.

Von Seiten des Naturschutzlandesrates Manfred Hainbuchner ist eine Biber-Zählung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll Basis für den zukünftigen Umgang mit dem Biber in Oberösterreich sein. Die Erhebung dauert noch bis Oktober.


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