Ehemaliger Ärztekammerpräsident Otto Pjeta verstorben
STEINERKIRCHEN. Der frühere Steinerkirchner Allgemeinmediziner und ehemalige Präsident der Österreichischen und Oberösterreichischen Ärztekammer Otto Pjeta ist tot. Pjeta verstarb in der Nacht auf 4. Oktober 2023 im 75. Lebensjahr.

Pjeta stammte aus einer Arztfamilie und war fast sein ganzes ärztliches Berufsleben in der Standesvertretung tätig. Unter anderem war der gebürtige Steinhauser von 1989 bis 2005 Präsident der Vollversammlung der Ärztekammer für Oberösterreich und von 1999 bis 2003 Präsident der Österreichischen Ärztekammer. 2003 erhielt er das Große Ehrenzeichen der Österreichischen Ärztekammer, 2011 wurde er vom damaligen Gesundheitsminister Alois Stöger, der dafür eigens in die ÖÄK kam, mit dem Großen Ehrenzeichen der Republik ausgezeichnet. „Mein tiefer Respekt, wie Sie den Spagat geschafft haben, neben der Spitzenposition als Präsident der ÖÄK auch noch eine Praxis zu führen und Landarzt zu bleiben“, sagte Stöger damals zu Pjeta, der 1978 seine Tätigkeit als Allgemeinmediziner in Steinerkirchen begonnen hatte.
Gruppenpraxen ermöglicht
Unter Pjetas Ägide war Oberösterreich das erste Bundesland, das Gruppenpraxen im Kassensystem ermöglichte, gekoppelt mit innovativen Modellen wie die Jobsharing- und die Übernahmepraxis, die dann auch von anderen Bundesländern übernommen wurden. Mit seiner Präsidentschaft ist auch die weitgehende Abschaffung der bürokratiebelasteten Chefarztpflicht in Oberösterreich verbunden. Für die Spitalsärzte gelang es ihm, wesentliche Verbesserungen bei den früher sehr schlecht bezahlten Nacht- und Feiertagsdiensten zu erreichen.
Prägend war Pjeta auch in seinem Einsatz für die ärztlichen Hausapotheken. Als Ende der Neunzigerjahre das Ende der Hausapotheken drohte, gelang es ihm, mit Apothekern und dem Ministerium eine bis heute wirksame Rechtsgrundlage zu erarbeiten, die in ländlichen Gegenden weiterhin die Medikamentenabgabe durch den Hausarzt erlaubt und damit die Medikamentenversorgung für die ländliche Bevölkerung sicherstellt.
„In der Sache hart, im Ton verbindlich“
Die Ärztekammer trauert um ihren verstorbenen Altpräsidenten: „Wir haben einen äußerst durchsetzungsstarken Interessenvertreter verloren, der wegen seiner Handschlagqualität auch bei den Verhandlungspartnern respektiert und geschätzt wurde“, beklagt Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Otto Pjeta sei in der Sache hart und im Ton verbindlich gewesen, gleichzeitig habe er über ein großes diplomatisches Geschick verfügt: „So willensstark, wie er gegen seine schwere Krankheit gekämpft hat, so hat er sich auch stets für die Interessen der Ärzteschaft eingesetzt“, unterstreicht Steinhart. Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich, betont: „In der Ära von Otto Pjeta sind viele positive und nachhaltige Dinge für die Ärzteschaft in Österreich und Oberösterreich zustande gekommen. Dafür ein herzliches Danke. Wir verlieren mit Otto Pjeta einen verdienstvollen Kollegen.“


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