„Aufhören ist ein richtiger, aber schwieriger Schritt“
WELS. „Ja, es stimmt. Mit Jahresende ist Schluss“, sagt Wolfgang Jäger beim Tips-Gespräch. Damit reagiert er auf die vielen Gerüchte, die durch die Stadt liefen. Die Gastro-Karriere des bald 71-Jährigen ist damit vorbei, die vom „In´s Haas“ kann aber weitergehen, sofern sich ein Nachfolger findet.

Das Lokal in einem der schönsten Innenhöfe der Stadt füllt sich langsam, als sich Jäger mit Tips trifft, um über die vielen Gerüchte, die kursieren, zu reden. Deswegen wird auch immer wieder ein Stammgast gegrüßt oder dem Personal ein Lächeln spendiert. Jäger lebt für die Gastronomie. Das zeigt sich in jeder Sekunde, die man im „In´s Haas“ verbringt: „Aufhören ist ein richtiger, aber schwieriger Schritt. Gerade das „In´s Haas“ ist eine richtige Herzensangelegenheit geworden. Die vielen Stammgäste, Erlebnisse und Gespräche. Das wird mir sicher abgehen“.
Kochen als Probierfeld
Für Jäger ist dieser Schritt aber auch richtig: „Ich werde bald 71 Jahre alt. Ich will noch einige Jahre bei bester Gesundheit von meinem Leben etwas haben. Ich koche für mein Leben gerne und das habe ich in den vergangenen Jahren wieder intensiviert. Ich experimentiere viel mit Lebensmitteln. Ich fermentiere und probiere viel aus. Fad wird mir nicht“, erzählt der gebürtige Niederösterreicher, der aus einer Fleischer- und Wirtsfamilie stammt. „Es war normal bei uns daheim, nach der Schule Teller zu servieren und sofort im Betrieb zu helfen“, erinnert sich Jäger. Die Gastronomie hatte er immer in sich.
„Du, schau Dir das an!“
Nach einer wegen einer Allergie abgebrochenen Kochlehre wechselte Jäger in den Service und die Hotellerie. Es folgten viele Stationen auf der ganzen Welt: „Von Monaco bis Australien war alles dabei“, erzählt der Gastronom. „In Lech am Arlberg leitete ich eine Bar. Da kam Fritz Eiber, der Eigentümer von Molto Luce, eines Abends herein. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann sagte er: „Du, schau Dir das an. Ich hab da was in Wels“. Am Weg nach Wien habe ich mir das angeschaut. So startete das „Il Campanile“, erinnert sich Jäger an die Ankunft in Wels. Es folgten weitere Lokale wie das Segafredo und Alimentari sowie weitere Standorte in der Republik. Der Niederösterreicher hatte in Wels seine neue Heimat gefunden.
Entscheidung steht
Einige Lokale übergab Jäger an Mitarbeiter. Kleine Krisen, die in der Gastronomie üblich sind, wurden überstanden, und im Dezember 2008 folgte die Eröffnung des „In´s Haas“. Immer wieder spricht er von seiner Herzensangelegenheit: „Nach 18 Jahren, wo einige Mitarbeiter seit vielen Jahrzehnten mit dabei sind, ist es schwer zu gehen. Und je näher der Abschied kommt, desto schwieriger wird es. Aber ich bleibe bei meiner Entscheidung. Ich war lange genug in der Gastro. Jetzt ist Schluss“. Das Uma in der Pfarrgasse wird von Thomas Kurzmann weitergeführt. Für das „In´s Haas“ wird ein Nachfolger gesucht.








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