Wels baut Fernwärme weiter aus: Zehn Millionen Euro pro Jahr
WELS. In den vergangenen Monaten war die Stadt geprägt von Baustellen. Das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern. Denn pro Jahr investiert die eww acht bis zehn Millionen Euro in den Ausbau der Fernwärme. Das heißt, im Norden, aber auch Westen von Wels wird es Baustellen geben.

„Ich kann mich nur für das Verständnis bedanken und um weiteres Verständnis bitten“, meint eww-Vorstand Florian Niedersüß. In Wels und auch Teilen von Thalheim hat die Fernwärme-Offensive in den vergangenen Jahren für Baustellen und damit Umleitungen, Sperren und Lärm gesorgt. Derzeit sind rund 45.000 Menschen in dem Gebiet an das Fernwärmenetz angeschlossen. In den kommenden Jahren wird sich die Zahl auf 55.000 erhöhen. „Wir machen das alles nicht aus Jux und Tollerei“, stellt FP-Bürgermeister Andreas Rabl fest: „Es geht um die Versorgungssicherheit mit billiger Wärme in Zeiten von erhöhten Energiepreisen. Und diese ist in Wels im Vergleich zu anderen Städten mit mehr als 30.000 Einwohnern sehr, sehr günstig.“
Als Basis diente der von der österreichischen Energieagentur festgelegte Referenzhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 7.000 Kilowattstunden und einer Anschlussleistung von acht Kilowatt. In Wels ergeben sich für diesen Haushalt jährliche Fernwärmekosten von 965,37 Euro brutto. Damit ist die Welser Fernwärme das günstigste Angebot unter den zwölf untersuchten Städten. In Linz, der zweitgünstigsten Stadt, sind es bereits 1.124,33 Euro. Verglichen mit der teuersten Stadt Villach spart man sich in Wels rund 612 Euro Heizkosten pro Jahr.
Einen Grund für die verhältnismäßig niedrigen Preise sehen die Verantwortlichen in dem Energiemix. Im Jahr 2007 wurde die Welser Fernwärme noch zu 100 Prozent aus Erdgas erzeugt. 2025 stammten bereits mehr als 96 Prozent der Wärme aus Abwärme, Biomasse und Sonnenenergie. Die restlichen vier Prozent stammen vom Gas, das bei Ausfällen oder bei Spitzenzeiten eingesetzt werden muss. Dadurch konnten die CO2-Emissionen seit 2012, dem Jahr der ersten Berechnung, um fast 89 Prozent reduziert werden. Durch den geringen Anteil an fossilen Brennstoffen bleibt der Preis stabil und niedrig. „Auch während der Energiekrise“, rechnet Niedersüß vor.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden