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WELS. Die Gerüchteliste ist lang. Ebenso lang ist die Reihe an Gesprächen, die auf unter­schiedlichsten Ebenen geführt wird, wie es mit der Flüchtlings-unterbringung in der Stadt wei­tergeht.

Transitquartier im Messegelände im Herbst 2015
Transitquartier im Messegelände im Herbst 2015

Es schwirren immer wieder Ge­rüchte über die Hessenkaserne, das Areal der ehemaligen Lan­desnervenklinik, aber auch eines möglichen Transitquartiers bei der Autobahnmeisterei herum. Bestätigt wird, dass es Gepräche gibt. „Fakt ist, dass Wels derzeit die Quote nicht erfüllt. Die wäre 1,5 Prozent und Wels steht derzeit bei 0,61 Prozent“, sagt der zu­ständige Landesrat Rudi Anscho­ber (Grüne) nach einem Gespräch mit Bürgermeister Andreas Rabl. „Das Gesprächsklima war konstruktiv. Ich verstehe die Argumentationslinie der Stadt. Aber ich glaube, wir können an einer gemeinsamen Lösung ar­beiten. Es wird weitere Gesprä­che geben. Mit der Stadt, Quar­tiergebern, Betreibern und so weiter. Auch Wels wird die Quote erfüllen müssen“, sagt Anscho­ber. Er versuche, was Integrati­onsmaßnahmen anbelangt, vom ersten Tag der Ankunft Maßnah­men zu setzen. „Das heißt beson­ders Deutschkurse forcieren.“

Rabl bleibt seiner Argumenta­tionslinie treu: „Wels hat einen sehr hohen Migrationsanteil. Wir können die Bevölkerung nicht weiter fordern.“ Es hätte einen Besprechungstermin beim Innen­ministerium gegeben. Der wurde wegen des Ministerwechsels ab­gesagt. „Wir haben auch nach Wels eingeladen, damit sich die Beamten vor Ort ein Bild machen können. Den wollen wir in Kürze machen“, erklärt FP-Vizebür­germeister Gerhard Kroiß. Mit Großquartieren hat man keine Freude. Von Gegenmaßnahmen will man nicht sprechen. Es wer­den weitere Gespräche angekün­digt. „Wir kennen die Gerüchte. Aber noch kann uns niemand konkret ein Datum sagen, wann jetzt beispielsweise in der Hes­senkaserne Flüchtlinge und wie viele einziehen sollen. Wir haben keine Information“, sagt Kroiß. Vorbereitungsmaßnahmen sind getroffen. Doch derzeit wartet man ab. Für VP-Stadtparteiob­mann Peter Csar ist eines klar: „Humanitäre Hilfe ist kein Pro­blem. Aber ein Großlager in Wels wäre eine falsche Entscheidung. Wir brauchen eine verantwor­tungsvolle Politik. Es braucht aber auch sachliche Gespräche auf allen Ebenen und mit Einbindung der Bevölkerung. Derzeit habe aber auch er keine neuen Infos.Es wird also weiter gewartet und damit auch die Gerüchteküche befeuert.


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