Flüchtlingsquartiere: Gespräche auf allen Ebenen
WELS. Die Gerüchteliste ist lang. Ebenso lang ist die Reihe an Gesprächen, die auf unterschiedlichsten Ebenen geführt wird, wie es mit der Flüchtlings-unterbringung in der Stadt weitergeht.

Es schwirren immer wieder Gerüchte über die Hessenkaserne, das Areal der ehemaligen Landesnervenklinik, aber auch eines möglichen Transitquartiers bei der Autobahnmeisterei herum. Bestätigt wird, dass es Gepräche gibt. „Fakt ist, dass Wels derzeit die Quote nicht erfüllt. Die wäre 1,5 Prozent und Wels steht derzeit bei 0,61 Prozent“, sagt der zuständige Landesrat Rudi Anschober (Grüne) nach einem Gespräch mit Bürgermeister Andreas Rabl. „Das Gesprächsklima war konstruktiv. Ich verstehe die Argumentationslinie der Stadt. Aber ich glaube, wir können an einer gemeinsamen Lösung arbeiten. Es wird weitere Gespräche geben. Mit der Stadt, Quartiergebern, Betreibern und so weiter. Auch Wels wird die Quote erfüllen müssen“, sagt Anschober. Er versuche, was Integrationsmaßnahmen anbelangt, vom ersten Tag der Ankunft Maßnahmen zu setzen. „Das heißt besonders Deutschkurse forcieren.“
Rabl bleibt seiner Argumentationslinie treu: „Wels hat einen sehr hohen Migrationsanteil. Wir können die Bevölkerung nicht weiter fordern.“ Es hätte einen Besprechungstermin beim Innenministerium gegeben. Der wurde wegen des Ministerwechsels abgesagt. „Wir haben auch nach Wels eingeladen, damit sich die Beamten vor Ort ein Bild machen können. Den wollen wir in Kürze machen“, erklärt FP-Vizebürgermeister Gerhard Kroiß. Mit Großquartieren hat man keine Freude. Von Gegenmaßnahmen will man nicht sprechen. Es werden weitere Gespräche angekündigt. „Wir kennen die Gerüchte. Aber noch kann uns niemand konkret ein Datum sagen, wann jetzt beispielsweise in der Hessenkaserne Flüchtlinge und wie viele einziehen sollen. Wir haben keine Information“, sagt Kroiß. Vorbereitungsmaßnahmen sind getroffen. Doch derzeit wartet man ab. Für VP-Stadtparteiobmann Peter Csar ist eines klar: „Humanitäre Hilfe ist kein Problem. Aber ein Großlager in Wels wäre eine falsche Entscheidung. Wir brauchen eine verantwortungsvolle Politik. Es braucht aber auch sachliche Gespräche auf allen Ebenen und mit Einbindung der Bevölkerung. Derzeit habe aber auch er keine neuen Infos.Es wird also weiter gewartet und damit auch die Gerüchteküche befeuert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden