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WELS. Seit 2014 haben im Quartier Gartenstadt und in der VHS Noitzmühle jährlich jeweils rund 40 Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache die Lernwerkstatt besucht. Nun läuft die Förderung des Integrationsfonds dafür aus und die Stadt Wels stellt die Lernwerkstatt ein.

Statt Lernwerkstatt vor Ort im Stadtteil geht es am Nachmittag wieder in die Schule. Foto: Weihbold

„Unsere Fachabteilung hat uns dazu geraten, das an Schulen anzubieten, die keine Nachmittagsbetreuung haben und so das Angebot zu erweitern. Die Direktoren haben das gut aufgenommen“, erklärt Integrations-Stadtrat Gerhard Kroiss.

„Qualität wird leiden“

Waltraud Greutter-Greunz, Mitarbeiterin der Lernwerkstatt, bedauert das sehr. Sie ist überzeugt, dass die Qualität darunter leiden wird. „Wir halten drei Mal in der Woche zwei volle Stunden ab und jeweils sieben Kinder werden von einem Erwachsenen betreut“, verweist Greutter-Greunz auf die individuelle Förderung. „Die Kinder haben hier wirklich eine Chance“, betont die pensionierte Hortpädagogin.

War ein niederschwelliges Angebot

Gerade an diesen zwei Standorten mit hohem migrantischen Stand sei dieses niederschwellige Angebot so wichtig: „Die Kinder gehen nur über die Straße und sind dort. Wenn sie am Nachmittag wieder in die Schule müssen, baut das für Benachteiligte wieder eine strukturelle Hürde auf“, ist Greutter-Greunz überzeugt.

Trägt zur Stadtteilentwicklung bei

Ihrer Ansicht nach tragen die zwei Lernwerkstätten ebenso zur Stadtteilentwicklung bei, weil auch die Eltern ohne große Hemmungen hinkommen. „Ich möchte diese Mütter vertreten, denn sie haben Vertrauen zu mir“, verspricht die Pädagogin, sich für ihre Mitbürger einzusetzen.

„Schulgebäude ist eine Barriere“

Nicht glücklich mit dem Auslaufen der Lernwerkstatt ist auch Bildungsreferent Johann Reindl-Schwaighofer. „Das künftige Angebot in den Schulen ist super, aber es kann nur eine Ergänzung sein“. Eine Lernwerkstatt würde man in Wahrheit auch in der Pernau brauchen. „Ein Schulgebäude ist für bildungsferne Menschen oft eine Barriere“, weiß der Stadtrat, dass es in Lernwerkstätten viel leichter fällt, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und so Integration zu fördern.


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