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BEZIRK. Der Borkenkäfer hat die Wälder des Bezirkes im vergangenen Jahr stark geschädigt. Angesichts der Trockenheit fanden die Käfer in den geschwächten Waldbäumen leider ideale Brutbedingungen. Auch für 2016 müssen sich Waldbesitzer auf ein herausforderndes Jahr einstellen.

Waldeigentümer und Experten nutzten Exkursion für rege Diskussionen. Foto: BH Perg
Waldeigentümer und Experten nutzten Exkursion für rege Diskussionen. Foto: BH Perg

Trotz der konsequenten Aufarbeitung des Holzes betrug der Schadholzanfall 2015 ein Vielfaches der Vorjahre. Unter der Leitung des Forsttechnischen Dienstes der Bezirkshauptmannschaft Perg fand Ende Februar in Kooperation mit der Bezirksbauernkammer eine Fachtagung zum gefürchteten Waldschädling Borkenkäfer statt. Mehr als 150 Waldeigentümer und Forstexperten aus dem ganzen Bezirk folgten den Vorträgen und der anschließenden Waldbauexkursion in die Wälder des Domkapitels in Windhaag. Bei der Veranstaltung wurde über gemeinsame Handlungsstrategien zur Bekämpfung der Schädlinge diskutiert. „Die wichtigste Maßnahme ist die sorgfältige Durchforschung der Wälder und die sauberere Waldwirtschaft“, erklärte Elfriede Moser, „immerhin fliegt ein Borkenkäfer rund 500 Meter weit und befällt so weitere Waldbestände.“ Die Befallssuche müsse insbesondere im Bereich früherer Käfernester durchgeführt werden. Nur durch eine umgehende Befallserkennung und Aufarbeitung der Schadhölzer kann man entgegenwirken. Auch das Lagern von bruttauglichem Material im Wald ist verboten. „Aufgrund der hohen Waldgesinnung im Bezirk Perg besteht erfreulicherweise eine sehr große Bereitschaft und auch Eigeninitiative zur raschen Beseitigung der Befallsherde. Dort wo die Aufarbeitung nicht umgehend erfolgt, muss die Forstbehörde wegen des sehr hohen Gefahrenpotenzial äußerst konsequent mit schriftlichen Aufforderungen und Bescheiden vorgehen“, sagt Bezirkshauptmann Werner Kreisl.

Alternativen zur Fichte gesucht

„Nur wenn Waldeigentümer, Landwirtschaftskammer und Forstbehörde gemeinsam das Augenmerk auf den Borkenkäfer legen, können wir wirksam zur Bekämpfung beitragen bzw. gemeinsam erfolgreich sein.“ Auch der Ausblick für das Forstjahr 2016 ist durchaus herausfordernd. Ein hoher Borkenkäuferausgangsbestand, viele trockengeschädigte Bäume und zu erwartende überdurchschnittliche Temperaturen sind dafür verantwortlich.

Deshalb wurden bei der Exkursion auch über langfristige Alternativen zur Fichte diskutiert und Tipps zur Wiederaufforstung von Schadflächen gegeben, nachdem es über 11°C Jahresmitteltemperatur europaweit keine intakten Fichtenbestände mehr geben wird, auch wenn diese sehr gute jährliche Holzzuwächse hat. Im Bezirk liegt dieser Wert bereits jetzt bei zirka 9,4°C. Die erwarteten Temperaturerhöhungen bereits in den nächsten Jahren lassen somit in einigen Bereichen nichts Gutes für die Fichtenbestände erwarten.

„Große Herausforderung für die bäuerlichen Waldeigentümer in der Zukunft ist die Wahl der richtigen Baumarten, damit langfristig ein gesunder Waldbestand abgesichert werden kann“, zieht Bezirksbauernkammerobfrau Rosemarie Ferstl Bilanz.


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