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ZELL AN DER PRAM. Kann man mit Religion spaßen? Die Zeller Kabarettistin Lydia Neunhäuserer kann es. Mit ihrem Programm „Glaubn hoaßt nix wissen“ eröffnet sie die heurigen Zeller Schlossgespräche. Unterstützt wird sie durch den „Bratl in der Rein-3xaung“, der Gstanzl-Gruppe der Auhäusler. Tips bat die Kabarettistin zum Interview.

Kabarettistin Lydia Neunhäuserer (Foto: Haidenthaler)
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Tips: Religion ist nicht gerade in. Für viele Menschen ist Religion verstaubt, gefährlich oder unglaubwürdig – siehe die vielen Skandale in der Kirche. Was motiviert Sie, sich damit auseinanderzusetzen?

Lydia Neunhäuserer: Glaube und Religion begleiten mich seit meiner Kindheit und haben mich geprägt, mir geholfen, aber auch Steine in den Weg gelegt. Ich bin noch mit dem 'Mädchen dürfen nicht ministrieren-Gebot' aufgewachsen. Um das zu verkraften, ist die kabarettistische Auseinandersetzung mit dem Thema eine gute Möglichkeit, manches abzustauben und zu entschärfen. Ich sehe es als Motivation und Herausforderung zugleich, das stärkende in meinem Glauben in den Blick zu nehmen, die störenden Dinge mit Humor zu betrachten und auch kritisch darauf aufmerksam zu machen.

Tips: Mit Glauben verbindet man eine ernste Sache. Der richtige Stoff für ein Kabarett?

Neunhäuserer: Auf jeden Fall. Wenn Glauben nur als ernste Sache verstanden wird, ist es meiner Meinung nach höchste Zeit, die humorvolle und befreiende Seite des Glaubens in den Vordergrund zu rücken. Es ist unglaublich, wie viel wir rein mit unserem Glauben bewegen können. Glaube in Form von Kirchenkabarett ist für mich der schönste Stoff: bunt, aber manchmal auch kleinkariert, mit teils eingefahrenen Mustern.

Tips: Versteht Gott Humor?

Neunhäuserer: Das Wörterbuch beschreibt Humor als 'die Fähigkeit eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den Schwierigkeiten und Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.' Gelassenheit braucht Gott in jedem Fall bei dieser vielfältigen, bunten, verrückten und zum Glück auch liebesfähigen Menschheit.

Tips: Sie treten gemeinsam mit den Auhäuslern auf. Eine Konkurrenz oder eine Ergänzung?

Neunhäuserer: Wir treten das erste Mal gemeinsam auf und ich bin gespannt, was sich neben dem, was wir planen, spontan ergibt. Ich freue mich darauf.

Tips: Haben Glauben und Religion für Sie persönlich eine Bedeutung?

Neunhäuserer: Für mich hat Glaube eine große Bedeutung und da geht es nicht nur um den religiösen Glauben, sondern auch um den Glauben an meine Talente, an den Sinn des Lebens und daran, dass 'oiwei wieda recht wird'.

Tips: Neben Kabarettistin sind Sie auch Pilgerbegleiterin. Was bewegt Menschen heute zum Pilgern?

Neunhäuserer: Für manche ist es das Gemeinschaftserlebnis, für andere eine Form seinen Glauben zu vertiefen, und für wieder andere geht es um Sinnsuche oder auch an eigene Grenzen gehen. Das längere Gehen als entschleunigende Bewegung, eingebettet in wunderbare Natur und begleitet von spirituellen Impulsen wird als sehr heilsam erlebt.

Tips: Mit welchen Gedanken sollen die Besucher am Ende den Saal verlassen?

Neunhäuserer: „I glaub es hat se auszoit, dass i nu von da Sof aufgstandn und da her gfoan bin.“


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