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OBERWALTENREITH. 1993 kam das weltweit erste Mohnkochbuch auf den Markt - die drei Auflagen sind schon seit vielen Jahren vergriffen. Grund genug für Autorin und Waldland-Chefin Hannelore Zinner, es in ein neues, zeitgemäßes Gewand zu packen - und die Waldviertler Blume damit einmal mehr vor den Vorhang zu holen.

Hannelore Zinner mit dem alten und neuen Exemplar ihres Mohnkochbuches.
Hannelore Zinner mit dem alten und neuen Exemplar ihres Mohnkochbuches.

Heute gibt es vielerlei Kochbücher mit Mohnrezepten am Markt. Damals, 1993, galt Hannelore Zinner auf diesem Gebiet als Vorreiterin. „Es hat außer privaten Rezeptesammlungen kaum etwas gegeben“, erinnert sich Zinner. Die Intention ihres ersten Mohnkochbuches war es, eine Gebrauchsanweisung für die vielfältige Waldviertler Blume anzubieten. Drei Auflagen und 15.000 verkaufte Bücher später kommt es Ende 2018 zu einer Neuauflage. „Das Projekt spukte schon länger in meinem Kopf, da die Nachfrage danach groß war“, erzählt Hannelore Zinner.

Das Kochbuch wurde um einige Rezepte erweitert, von traditioneller bis moderner Küche ist alles enthalten. So findet sich etwa ein „Cupcake“ im Buch und was damals schlichtweg als Eis bezeichnet worden wäre, ist heute das „Parfait“, auch eine Variante des trendigen „Naked Cake“ ist abgedruckt. „Wir wollen damit die junge Generation ansprechen“, betont Hannelore Zinner. 78 Mohnspeisen, von süß bis pikant, warten auf alle Genießer.

Reise durch die Jahreszeiten

Im Zuge von vier großen Kapiteln macht man sich auf die „mohnige“ Reise, die auch die Jahreszeiten widerspiegelt: begonnen wird mit der „Leichtigkeit des Waldviertels“, dann folgt das „Feuer des Waldviertels“ mit dem Mohn in voller Blüte. Die nächste Rezeptkategorie beschäftigt sich mit der „Mystik“, um dann schlussendlich in die „Stille des Waldviertels“ einzutauchen. Ein gutes Jahr habe man an dem Buch gearbeitet, „dadurch ist es meinem Gefühl zufolge auch gewachsen und hat an Qualität gewonnen“, freut sich Zinner über das Endergebnis.

Alles echt, nichts retuschiert

Alle Rezepte wurden in der Waldlandküche und Backstube gekocht und neu abfotografiert. Der Prozess gestaltete sich aufwendiger als gedacht - ein bis zwei Stunden nahm eine Rezeptfotografie in etwa in Anspruch. Fragen, wie man zum tausendsten Mal einen Mohnstrudel gut in Szene setzt, wurden zu Recht gestellt.

Worauf Zinner besonders stolz ist: „Man kann die Gerichte wirklich aus dem Buch „heraus essen“, wir haben nichts retuschiert, nichts getrickst“. Ihr Lieblingsrezept sind die „O“zwickten“ - hier wird ein kleiner Strudel aus Erdäpfelteig mit Mohn gefüllt, winzige Teilstücke mit dem Kochlöffelstiel „o“zwickt“ und gebacken. „Frisch aus dem Ofen sind die ein wahrer Mohngenuss“, schwärmt Zinner.

Dem Mohn eine Bühne geben

Der Mohnanbau spielt für die kleinstrukturierte Waldviertler Landschaft mittlerweile eine große Rolle. Mitte der 80er Jahre begann Waldland den Mohn mit einigen Landwirten wieder zu kultivieren, heute zählt das „schwarze Gold des Waldviertels“ zur Leitkultur der Waldland-Organisation. Nicht zuletzt verdankt der Mohn seinen Aufwind auch Initiativen wie dem Mohndorf Armschlag. Trotz der Erfolgsgeschichte in unserer Region, gäbe es gerade im westlichen Raum noch großes Potential, ist Zinner überzeugt. Hier soll nicht zuletzt das neue Buch dazu beitragen, dem Mohn noch mehr Bühne zu geben und ihn in die Küchen zu bringen, um ihn dort mit Mut und Kreativität einzusetzen.

Erhältlich ist das 192-seitige Kochbuch mit seinen 78 Rezepten im Buchhandel (ISBN 978-3-9501143-1-7) oder direkt bei Waldland in Oberwaltenreith.


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